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Wer wird DFB-Gegner?: WM-Zittern hat die Gruppendritten fest im Griff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 24, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Wer wird DFB-Gegner?

WM-Zittern hat die Gruppendritten fest im Griff

Erstmals in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften wird ein Sechzehntelfinale die K.-o.-Runde eröffnen. Wer weiter im Turnier mitmischen darf, klärt sich am dritten Spieltag. Die Konstellation der Gruppendritten macht das besonders spannend.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft in einer sehr komfortablen Lage. Das Team weiß, dass es sicher in die K.-o.-Runde eingezogen ist und als Gruppenerster in Boston im Sechzehntelfinale spielen wird. Die Deutschen gehören damit zu der Minderheit bei diesem Turnier in Kanada, Mexiko und den USA. Obwohl 32 von 48 Teams weiterkommen, müssen viele noch ihr drittes Spiel abwarten, bis sie Gewissheit haben.

Neben Deutschland stehen auch die Gastgeber Mexiko und USA sowie Argentinien als Gruppensieger fest. Auch Frankreich, Norwegen und Kolumbien können bereits mit der K.-o.-Runde planen, wissen aber noch nicht, auf welchem Platz sie ihre Gruppen beenden werden. Für die Türkei, Jordanien, Panama, Tunesien und Haiti ist dagegen nach zwei Spielen bereits klar, dass sie die Heimreise antreten müssen. Heißt: Nur 9 von 48 Teams wissen bereits, wie es für sie weitergeht. 39 Mannschaften müssen ihre Spontaneität beweisen. Das liegt auch daran, dass acht von zwölf Gruppendritten in die K.-o.-Runde einziehen. Das macht die Lage sehr dynamisch.

Die Tabellendritten aller Gruppen werden in einer eigenen Rangliste von der FIFA gewertet. Sortiert ist diese nach Punkten und Toren, die jedes Team erzielt hat. Bei Gleichstand gilt die Anzahl der erzielten Tore, danach käme die Fair-Play-Wertung ins Spiel, anschließend der Weltranglistenplatz. Wer nach drei Spielen die Plätze neun bis zwölf belegt, scheidet aus. Die anderen erfahren dann wohl erst in der Nacht auf Sonntag nach dem Vorrundenabschluss, gegen wen sie spielen – und eben auch, wohin sie reisen müssen.

Verliert Schottland und kommt trotzdem weiter?

Im Vorteil sind dabei die Teams aus den hinteren Gruppen, da sie gegen Ende des dritten Spieltags besser wissen, welches Ergebnis für das Weiterkommen reicht. Derzeit ist das Rätselraten groß. Aktuell genügen vier Punkte und eine Tordifferenz von plus 1 sicher, um zu den acht besten Gruppendritten zu gehören. Grund: In den Gruppen D, I, J und L kann der Dritte diesen Wert nicht mehr erreichen. Je mehr Gruppen beendet sind, desto niedriger wird diese „Hürde“ sinken.

Das kann sich aber noch ändern. In elf der zwölf Gruppen kann der Dritte theoretisch auf vier Punkte kommen. Die Schwelle, um zu den acht besten Gruppendritten zu gehören, wird letztlich wohl bei drei Punkten und voraussichtlich plus 1 oder plus 2 Toren liegen.

Das sorgt unter anderem für Schottland für eine Zitterpartie. Derzeit liegen die „Bravehearts“ in Gruppe C nach dem Sieg gegen Haiti (1:0) und der Niederlage gegen Marokko (0:1) mit drei Punkten auf Platz drei, mit einem Sieg gegen Brasilien (0 Uhr/MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) würde Schottland sicher erstmals in der Geschichte die Gruppenphase bei einer WM überstehen. Womöglich ist aber eben auch gar kein Sieg nötig. „Niemand weiß genau, was am Ende reicht“, sagte Kapitän Andy Robertson.

Die drohende Schande

Die ganze Rechnerei kann zu unschönen Szenen führen – etwa einem „Nichtangriffspakt“. Etwa im Duell zwischen Algerien und Österreich. Beide Teams haben derzeit drei Punkte auf dem Konto und sie wissen vor ihrem Duell in der Nacht auf Sonntag (4 Uhr/ZDF, MagentaTV und im ntv.de-Liveticker), ob ein Remis beiden Teams reicht. Ausgerechnet jene Teams, mag man da sagen: Schließlich lieferten sich eben Österreich und Deutschland bei der WM 1982 die berühmte „Schande von Gijon“, dem damaligen Nichtangriffspakt fiel Algerien zum Opfer. Ein Opfer würde es auch diesmal geben – nämlich jenen Gruppendritten, der bis dahin noch über dem Strich lag und nach einer möglicherweise tagelangen Warterei doch nach Hause fahren müsste.

Dabei könnte es zum Beispiel Schweden treffen, das sein letztes Gruppenspiel gegen Japan in der Nacht auf Freitag (1 Uhr/MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) bestreitet. Die Skandinavier haben derzeit drei Punkte bei einer 0er-Tordifferenz. Definitiv sicher ist, dass ein Punkt nicht fürs Weiterkommen genügt. Ecuador etwa weiß daher bereits, dass eine Niederlage gegen Deutschland das Aus bedeuten würde – selbst wenn die Südamerikaner auf Rang drei bleiben. Grund: In mindestens acht Gruppen wird der Dritte auf mindestens zwei Zähler kommen.

Für das DFB-Team ist der Blick auf die Tabellendritten ebenfalls relevant. Erst nach Abschluss der Vorrunde klärt sich, gegen wen die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann am Montag im Sechzehntelfinale (22.30 Uhr/ZDF, MagentaTV und im ntv.de-Liveticker) spielen wird. 15 Teams stehen da noch zur Auswahl. Möglich sind Gegner aus den Gruppen A mit Südafrika, Südkorea oder Tschechien, B mit Kanada, Schweiz, Bosnien-Herzegowina oder Katar, C mit Brasilien, Marokko oder Schottland, D mit Australien oder Paraguay oder F mit den Niederlanden, Japan oder Schweden.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid

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