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Startseite»Nachrichten»Besonders Zulieferer betroffen: Autoindustrie rechnet mit dem Abbau von 125.000 Arbeitsplätzen
Nachrichten

Besonders Zulieferer betroffen: Autoindustrie rechnet mit dem Abbau von 125.000 Arbeitsplätzen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Besonders Zulieferer betroffenAutoindustrie rechnet mit dem Abbau von 125.000 Arbeitsplätzen

„Eine gravierende und anhaltende Standortkrise“ gebe es in Deutschland, so VDA-Chefin Müller. (Foto: picture alliance/dpa)

Der Strukturwandel in der Automobilindustrie hat seinen Preis: In den vergangenen sechs Jahren fallen nach Angaben des VDA bereits 100.000 Arbeitsplätze in dem Bereich weg. Bis 2035 wird sich diese Zahl nochmal mehr als verdoppeln.

Die Chefin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, rechnet mit einem zusätzlichen massiven Stellenabbau in der Autoindustrie. „Wir müssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen, also etwa 35.000 Arbeitsplätze mehr als bisher angenommen“, sagte Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Davon seien von 2019 bis 2025 schon 100.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

Ursprünglich war laut VDA der Abbau von 190.000 Arbeitsplätzen im Zeitkorridor von 2019 bis 2035 vorhergesagt worden. „Betroffen sind insbesondere die Zulieferbetriebe, weil auf dem Weg vom Verbrennermotor zur Elektromobilität gerade in der Zulieferindustrie viele Arbeitsplätze verloren gehen werden“, betonte die VDA-Chefin.

Als Ursache für die negative Entwicklung nannte Müller „eine gravierende und anhaltende Standortkrise“ in Deutschland und Europa. „Und die Bedingungen verschlechtern sich zusehends. Hohe Steuern und Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten, überbordende Bürokratie – die Liste der Herausforderung ließe sich fortführen“, betonte sie.

VDA fordert Technologieoffenheit

Für den Erhalt von deutlich mehr Arbeitsplätzen in der deutschen Autoindustrie hält die VDA-Chefin ein Umsteuern der EU für notwendig. Wenn ab 2035 ein höherer Anteil an Plug-in-Hybriden, Range Extendern und Verbrennern – zunehmend mit erneuerbaren Kraftstoffen – zugelassen würden, würde dies mit einer weit geringeren Veränderung der Beschäftigungsstruktur einhergehen und trotzdem den Weg zur klimaneutralen Mobilität fortschreiben, erklärte Müller. „In diesem Fall wäre bis zum Jahr 2035 mit einem Beschäftigungsrückgang von etwa 75.000 Arbeitsplätzen zu rechnen. Im Klartext: Flexibilisierungen und Technologieoffenheit auf dem Weg zur Klimaneutralität würden etwa 50.000 Arbeitsplätze am Standort Deutschland erhalten.“

Die VDA-Chefin stellte der Wettbewerbsstimmung in Deutschland ein schlechtes Zeugnis aus. „Leider muss ich sagen: Die Stimmung ist schlecht, die Lage ist noch schlechter“, sagte Müller. Die Gründe für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Standorts benenne die deutsche Wirtschaft seit Jahren – und es würden auch Vorschläge für die notwendigen Maßnahmen entwickelt.

Müller beklagte zudem, obwohl die Zahlen und Prognosen eindeutig seien, gebe es noch immer Politiker in Verantwortung, die schon die Debatten über notwendige Reformen bei Rente oder Sozialsystemen mit rhetorischen Floskeln à la „sozialer Kahlschlag“ polarisierten, statt die Bürger im Land konstruktiv mitzunehmen. „So kommen wir nicht weiter“, sagte die VDA-Chefin. Realitätsverweigerung oder das Beschreiben von Problemen seien weder Politik noch Fortschritt. Fest stehe, eine offene Welt, ein offenes und freies Deutschland, brauche eine Politik und Gesellschaft, die auf Wettbewerbsfähigkeit ausgelegt sei. „Das ist eine zwingend notwendige Voraussetzung – das haben noch nicht alle verinnerlicht.“

Quelle: ntv.de, lme

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