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Startseite»Nachrichten»Frankreich ruft Sicherheitsrat an: Netanjahu weitet Bodenoffensive im Libanon aus
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Frankreich ruft Sicherheitsrat an: Netanjahu weitet Bodenoffensive im Libanon aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 31, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Frankreich ruft Sicherheitsrat anNetanjahu weitet Bodenoffensive im Libanon aus

Netanjahu besuchte am Samstag Truppen an der israelischen Nordgrenze. (Foto: IMAGO/APAimages)

Israel geht weiter gegen die Hisbollah im Libanon vor. Ministerpräsident Netanjahu weist nun eine Ausweitung der Bodenoffensive an. Frankreich verlangt eine Sitzung des Weltsicherheitsrates.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Ausweitung der Bodenoffensive im Libanon angeordnet. Trotz einer vor mehr als sechs Wochen vereinbarten Waffenruhe drangen israelische Truppen weiter nach Norden vor und brachten die historische Festung Beaufort sowie die strategisch wichtige Hügelkette unter ihre Kontrolle, wie die Armee mitteilte. Frankreich forderte derweil eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.

Die israelischen Truppen stoßen nun vom Litani-Fluss weiter zum rund zehn Kilometer nördlich gelegenen Zaharani-Fluss vor. Die Streitkräfte hatten das Gebiet bis zum Litani kontrolliert und riefen die Bevölkerung südlich des Zaharani erneut zur Evakuierung auf.

Der Vorstoß folgte auf heftigen Beschuss des Nordens Israels durch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz. Wegen der Angriffe mit Raketen und Drohnen wurden in Israel Schulen geschlossen und das öffentliche Leben eingeschränkt. Netanjahu erklärte, er habe das Militär angewiesen, das Bodenmanöver auszuweiten, um den Druck auf die ehemals von der Hisbollah beherrschten Gebiete zu erhöhen.

„Macht der Hisbollah zerschlagen“

Verteidigungsminister Israel Katz betonte, die Soldaten würden die Festung Beaufort als Teil einer Sicherheitszone im Südlibanon halten. Der Feldzug sei noch nicht vorbei, man sei entschlossen, die Macht der Hisbollah zu zerschlagen, sagte er. Bei dem Einsatz wurde nach Angaben der Armee ein israelischer Soldat getötet.

Die militärische Eskalation erfolgte trotz diplomatischer Bemühungen in Washington. Dort hatten die USA am Freitag Vertreter Israels und des Libanon empfangen, um über einen Friedensplan und die Entwaffnung der Hisbollah zu beraten. Am 15. Mai vereinbarten beide Seiten, die Waffenruhe um 45 Tage zu verlängern.

Seit dem Eintritt der Hisbollah in den Konflikt mit dem Iran am 2. März wurden nach Angaben der libanesischen Regierung mehr als 3370 Menschen getötet. Auf israelischer Seite kamen im selben Zeitraum 24 Soldaten und 4 Zivilisten ums Leben. Zudem wurden mehr als 1,2 Millionen Libanesen sowie Zehntausende Israelis aus dem Grenzgebiet vertrieben.

Mit der Einnahme der rund 900 Jahre alten Kreuzfahrerburg Beaufort kontrolliert Israel die Stellung zum ersten Mal seit dem Abzug seiner Truppen aus dem Südlibanon im Mai 2000 nach einer 18-jährigen Besatzung. Von der Hügelkette aus haben die Streitkräfte einen weiten Blick über den Südlibanon und den Norden Israels, von wo aus die Hisbollah Angriffe gestartet hatte.

Frankreich: „Schwerwiegender Fehler“

Der israelische Oppositionspolitiker Naftali Bennett forderte unterdessen ein noch härteres Vorgehen, das bis hin zu Angriffen auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut reichen solle. Der Hisbollah-nahe Analyst Talal Atrissi erklärte, der israelischen Armee gelinge es derzeit, ihre Ziele im Libanon zu erreichen. Stellungnahmen der libanesischen Regierung oder der Hisbollah liegen noch nicht vor. 

Nach der Ausweitung der israelischen Militäreinsätze im Libanon forderte Frankreich eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. „Nichts kann die Fortsetzung der israelischen Militäroperationen im Libanon und eine immer tiefere Besetzung libanesischen Territoriums rechtfertigen“, sagte Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender BFMTV. Er habe die Einberufung des Sicherheitsrats beantragt, da die Entwicklung eine weitere Eskalation darstelle, sagte Barrot.

Zwar erkenne Frankreich das Recht Israels auf Selbstverteidigung gegen Angriffe der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz an, „doch nichts rechtfertigt diese Entwicklung“, erklärte er. Sie stelle zudem einen „schwerwiegenden Fehler“ und einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar.

Quelle: ntv.de, vpe/rts/dpa

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