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Politik

Arabische Staaten sorgen sich vor Einmischung der Huthi-Miliz

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 8, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 08.06.2026 • 13:41 Uhr

Die arabischen Nachbarstaaten beobachten die neue Eskalation im Krieg gegen den Iran mit Sorge. Vor allem die Drohung der Huthi-Miliz, die Einfahrt zum Roten Meer zu blockieren, beunruhigt die Länder in der Region.

Anna Osius

In den arabischen Nachrichtensendern ist die jüngste Eskalation zwischen Israel und Iran Thema Nummer eins. Mit Sorge beobachten die Nachbarstaaten den erneuten gegenseitigen Beschuss, denn teilweise sind sie davon unmittelbar betroffen. So drangen erneut Raketen in den Luftraum von Jordanien ein, große Trümmerteile gingen beispielsweise in der Stadt Irbid im Norden Jordaniens runter.

Ein Sprecher der jordanischen Regierung erklärte, man werde nicht zulassen, dass das Staatsgebiet oder der Himmel über Jordanien in ein Schlachtfeld verwandelt würde. Irak und Syrien sperrten vorübergehend ihren Luftraum, beide Länder liegen in unmittelbarer Nähe zum Iran. Im Irak erklärte eine mit dem Iran verbündete schiitische Miliz ihre Kampfbereitschaft aus Solidarität mit dem Iran.

Huthi-Miliz im Jemen greift ein

Ebenfalls aktiv solidarisch zeigt sich zum ersten Mal seit Monaten die mit dem Iran verbündete militant-islamistische Huthi-Miliz im Jemen. Sie beanspruchte einen Raketenangriff auf Israel für sich. Mehrere Raketen seien Richtung Israel abgefeuert worden, erklärte ein Huthi-Sprecher.

Er bekräftigte, die Huthis würden mit Eskalation auf Eskalation reagieren. Die militärischen Operationen würden in Zusammenarbeit mit der sogenannten „Achse des Widerstands“ weiter ausgeweitet werden. Die Huthi zählen zu der vom Iran so bezeichneten Achse gegen Israel, ebenso wie die Hamas in Gaza, die Hisbollah im Libanon und schiitische Milizen im Irak.

Es ist der erste direkte Angriff der Huthi auf Israel seit Anfang April. Außerdem kündigten die Huthi an, die Meerenge Bab al Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal für alle Schiffe zu blockieren, die einen Bezug zu Israel haben. Bereits seit 2023 hatte die Miliz mit hunderten Angriffen auf Frachter im Roten Meer den Welthandel massiv beeinträchtigt.

Experte: USA müssen Israel in Iran stoppen

Das frühe Eingreifen der Huthi spricht für eine wachsende Bedrohung, sagt Politik-Analyst Tarek Al Shamy im saudischen Nachrichtensender Al-Hadath. Dies stelle eine Eskalation zulasten der Weltwirtschaft dar, die den internationalen Handel weiter beeinträchtigen könne. Das müsse durch rasches Eingreifen der USA, sowohl gegenüber den Israelis als auch gegenüber den Iranern, gestoppt werden.

Im Libanon gehen die Kämpfe zwischen Israel und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz weiter. Zahlreiche Raketen wurden von der Hisbollah und auch vom Iran auf Nordisrael abgefeuert. Auslöser für die jüngste Eskalation war, dass Israel gestern trotz verabredeter Waffenruhe wieder Luftangriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut geflogen hatte.

Daraufhin erklärte der Iran, eine rote Line sei überschritten und beschießt seitdem Tel Aviv. Der libanesische Premierminister Nauaf Salam wandte sich vor wenigen Tagen fast bittend an den Iran, den Stellvertreterkrieg auf dem Boden des Libanon zu beenden:

Habt Erbarmen mit unserem Süden und hört auf, ihn und seine Menschen als bloße Verhandlungsmasse zu behandeln, um eure Verhandlungspositionen zu verbessern.

Nauaf Salam, Ministerpräsident Libanon

Sorge auch am Golf

Auch am Golf schaut man mit Sorge auf die neuste Eskalation: Im Februar und März standen die reichen Ölförderländer massiv unter iranischem Beschuss. In den vergangenen Tagen gab es wieder vermehrt Angriffe auf Länder wie Kuwait oder Bahrain. Bei einer Attacke auf den Flughafen von Kuwait wurde ein Mensch getötet und mehr als 60 verletzt. Die Angst ist groß, dass auch nun die Golfstaaten wieder unter Feuer geraten könnten.

Noch ist der Luftraum über der Region offen. Katar erklärte aber, es gäbe eine sogenannte Notam, eine Mitteilung an die Flugzeugführer, alternative Flugrouten zu nehmen, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten.

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Dr. Heinrich Krämer
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