Marktbericht
Am Aktienmarkt sorgt für Erleichterung, dass Iran und Israel ihre gegenseitigen Angriffe eingestellt haben. Aber die Furcht vor einer erneuten Eskalation bleibt und lässt Investoren das Risiko scheuen.
Auf dem niedrigsten Stand seit fast drei Wochen dürfte der DAX heute erst einmal auf der Stelle treten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Start auf 24.620 Punkte und damit hauchdünn über dem Vortagsniveau. Zu Wochenbeginn war der DAX 0,6 Prozent tiefer bei 24.616 Punkten aus dem Handel gegangen.
Die geopolitischen Risiken bleiben: Nach der jüngsten Eskalation im Konflikt zwischen Iran und Israel haben sie ihre wechselseitigen Angriffe zwar wieder eingestellt. Beide Seiten drohten jedoch im Fall von Verstößen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit noch härteren Kämpfen. Die Situation könnte US-Präsident Donald Trumps Bemühungen zur Beendigung des Iran-Kriegs untergraben.
Die Anleger bewegten sich weiterhin in einem Spannungsfeld aus geopolitischen Risiken, geldpolitischer Unsicherheit und hohen Erwartungen an das strukturelle Wachstumsthema Künstliche Intelligenz, beschreibt Timo Emden von Emden Research die Marktlage.
„Der DAX wirkt zunehmend wie ein Drahtseilakt zwischen Hoffnung und Realität, gestützt von der KI-Euphorie als zentralem Wachstumstreiber, aber begrenzt durch geopolitische Störfeuer und geldpolitische Bremsanker“, so der Marktbeobachter.
An der Wall Street hatten Zinssorgen und die unklare Lage im Nahen Osten zum Wochenstart für ein gemischtes Bild gesorgt. Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 50.786 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann dagegen 0,3 Prozent auf 7.405 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,9 Prozent auf 25.929 Stellen an.
An den US-Finanzmärkten stehen derweil gleich drei Mega-Börsengänge im Fokus: Ende der Woche wird Elon Musk sein Raumfahrt-Unternehmen SpaceX an die Börse bringen. Und eine Woche nach seinem großen Konkurrenten Anthropic hat nun auch das US-Unternehmen OpenAI den Gang an die Börse angekündigt. Wann es so weit sein wird, ist aber noch ungewiss.
Die KI-Entwicklung verschlingt Milliarden. Durch die Börsengänge wollen sich die beiden amerikanischen Technologiekonzerne die Finanzierung sichern. Allerdings gibt es, wie auch bei anderen Firmen in der Branche, erhebliche Zweifel, ob die gewaltigen Ausgaben für KI-Infrastruktur am Ende zurückverdient werden können.
Die vorläufige Waffenruhe zwischen Israel und Iran treibt heute die asiatischen Aktienmärkte an. Der japanische Leitindex Nikkei stieg um knapp ein Prozent auf 64.635 Punkte, während der breiter gefasste Topix um 0,5 Prozent auf 3.871 Zähler zulegte.
In Südkorea kletterte das Börsenbarometer sogar um 3,4 Prozent nach oben, nachdem es am Montag noch um mehr als acht Prozent eingebrochen war. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gewann 1,5 Prozent. Auch die chinesischen Standardwerte verzeichneten ein Plus von 0,4 Prozent.
