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Startseite»Nachrichten»Betäubt und abtransportiert: Bär in japanischer Stadt nach vier Tagen geschnappt
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Betäubt und abtransportiert: Bär in japanischer Stadt nach vier Tagen geschnappt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 9, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Betäubt und abtransportiertBär in japanischer Stadt nach vier Tagen geschnappt

In Japan verbreiten sich Bären besonders gut, weil immer mehr ländliche Regionen entvölkert werden. (Foto: AFP)

Seit vier Tagen macht ein Bär die japanische Großstadt Utsunomiya unsicher. Jetzt ist der Spuk zu Ende: In einer Wohnsiedlung spüren Einsatzkräfte das Tier auf, betäuben es und schaffen es weg.

Nach vier Tagen im Ausnahmezustand ist ein durch die japanische Stadt Utsunomiya streunender Bär eingefangen worden. Nach Sichtungen unter anderem in einem Einkaufszentrum, an einer Universität und auf einem Großmarkt wurde der Bär nahe einem Wohnhaus aufgespürt. Jäger, Polizisten und weitere Beamte umstellten das Haus und setzten den Bären mit einem Betäubungspfeil außer Gefecht. Das Tier wurde in einen Käfig auf einem Lieferwagen verfrachtet und abtransportiert.

Der Bär hatte die Menschen in der nördlich von Tokio gelegenen Stadt tagelang in Panik versetzt: Nach Sichtungen vor einer Grundschule und nahe einer Mittelschule waren seit Montag sämtliche Schulen in Utsunomiya geschlossen. Die Einwohnerinnen und Einwohner wurden aufgerufen, nicht ins Freie zu gehen. An der Suche waren dutzende Jäger und Polizisten beteiligt, auch Hubschrauber waren im Einsatz.

Der erfolgreiche Abschluss der Suchaktion, über den japanische Medien groß berichteten, sorgte in der Stadt für Aufatmen. Der 37-jährige Anstreicher Issei Okabe sagte, sein Kind gehe in die Grundschule, vor der der Bär gesichtet wurde. Als er sein Haus im Fernsehen in den Berichten über das Einfangen des Tiers gesehen habe, sei er erst überrascht und dann „so erleichtert“ gewesen.

Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Bären-Sichtungen und -Angriffe in Japan deutlich zu, auch in städtischem Gebiet. Im vergangenen Jahr wurden in dem Land 13 Menschen von Bären getötet, so viele wie noch nie. Zwischen April 2025 und Ende März dieses Jahres wurden landesweit mehr als 50.000 Bären-Sichtungen verzeichnet – mehr als doppelt so viele wie im bisherigen Rekordjahr 2023.

Fachleute führen den Anstieg auf eine schnell wachsende Bärenpopulation und die zunehmende Entvölkerung ländlicher Gebiete in Japan zurück. Im vergangenen Jahr hatte es in Japans Wäldern zudem wenige Eicheln gegeben, sodass die Bären sich anderswo auf Nahrungssuche machten. In Japan leben zwei Bärenarten: der Asiatische Schwarzbär oder Kragenbär sowie der größere Braunbär. Braunbären können eine halbe Tonne wiegen und schneller laufen als Menschen. Jedes Jahr werden tausende Tiere abgeschossen.

Quelle: ntv.de, jog/AFP

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