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    Tote bei israelischem Angriff auf libanesische Hafenstadt Tyros

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Politik

Tote bei israelischem Angriff auf libanesische Hafenstadt Tyros

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 9, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 09.06.2026 • 17:17 Uhr

Im Südlibanon hat es laut Behörden bei einem israelischen Angriff erneut Tote gegeben. Unklar ist, was das für die Waffenruhe mit Iran bedeutet. Die UN melden eine dramatische Zunahme der Siedlergewalt im Westjordanland.

Bei einem israelischen Luftangriff auf die Hafenstadt Tyros sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet worden. Rettungskräfte suchten in den Trümmern von Gebäuden nach weiteren Opfern oder Überlebenden, wie staatliche Medien berichteten. Die israelische Armee hatte zuvor Menschen im gesamten Stadtgebiet zur Evakuierung aufgefordert.

Israels Militär hatte zuletzt erklärt, Kämpfer der pro-iranischen Terrororganisation Hisbollah würden sich in der Stadt verstecken. Belege lieferte sie dafür zunächst nicht. Die Evakuierungsaufforderung umfasste erstmals auch das christliche Viertel der Stadt, das von solchen Aufrufen bislang ausgenommen war.

Tyros im Südlibanon wurde Ziel israelischer Luftangriffe.

Terrorist dringt nach Israel vor

Die Angriffe überschatteten erneut die diplomatischen Bemühungen um ein dauerhaftes Ende der Kämpfe in der Region. Irans Führung hatte für ein Abkommen mit den USA zum Kriegsende eine Waffenruhe im Libanon wiederholt zur Bedingung gemacht. Erst am Montag hatten Iran und Israel ihre gegenseitigen direkten Angriffe nach einem Appell von US-Präsident Donald Trump vorerst ausgesetzt.

Ebenfalls am Dienstag meldete Israels Armee einen Vorfall auf der israelischen Seite. Ein bewaffnetes Mitglied der Hisbollah drang demnach nach Israel vor und eröffnete dort das Feuer auf israelische Soldaten. Die Truppen hätten den Angreifer „ausgeschaltet“, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Soldaten seien nicht verletzt worden. Es war zunächst unklar, wie der Angreifer die streng bewachte Grenze nach Israel überqueren konnte.

Hisbollah nicht Teil der Waffenruhe

Israel und der Libanon hatten sich erst vergangene Woche erneut auf eine Umsetzung einer seit Mitte April geltenden Waffenruhe verständigt. Die pro-iranische Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, ist allerdings nicht Teil der Gespräche und lehnt diese ab.

Die Terrororganisation hatte Anfang März an der Seite Irans in den Krieg eingegriffen und Raketen auf Israel abgefeuert. Israel reagierte mit Gegenangriffen auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen in das Nachbarland. Seither liefern sich beide fortdauernde Kämpfe. Der Libanon selbst ist nicht Kriegspartei.

Siedlergewalt laut UN verdoppelt

Unterdessen hat laut den Vereinten Nationen im Westjordanland die Gewalt durch israelische Siedler weiter zugenommen. Im vergangenen Jahr hätten Siedler mindestens sieben Palästinenser getötet und 832 weitere verletzt, hieß es im Bericht der UN-Untersuchungskommission. Damit habe sich die Zahl der Opfer gegenüber 2024 mehr als verdoppelt.

Die Kommission warf Israel vor, israelische Sicherheitskräfte würden den Siedlern Schutz bieten. Der Staat habe durch militärische und finanzielle Unterstützung die Angriffe der Siedler ermöglicht und trage zu einem Klima der Straflosigkeit bei, hieß es.

Dramatischer Anstieg seit 7. Oktober

Eine Stellungnahme Israels lag zunächst nicht vor. In der Vergangenheit hatte Israel ähnliche Vorwürfe jedoch zurückgewiesen und erklärt, es handele sich um Einzelfälle, die untersucht würden. Israelische und palästinensische Menschenrechtsgruppen erklären jedoch, solche Ermittlungen führten selten zu Strafen.

Seit dem verheerenden Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg hat die Gewalt radikaler Siedler gegen Palästinenser und deren Eigentum deutlich zugenommen.

Mehrere Staaten verhängen Sanktionen

„Die unerbittlichen, täglichen Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser sind unerträglich und müssen aufhören“, sagte UN-Kommissionsvorsitzender Srinivasan Muralidhar. Die internationale Gemeinschaft müsse massiven Druck auf Israel ausüben, damit die Gewalt gegen die Siedler ein für alle Mal ende, erklärte er.

Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien, Neuseeland und Norwegen reagierten am Dienstag auf die Verschlechterung der Sicherheitslage in dem Gebiet, indem sie koordinierte Sanktionen gegen Siedler verhängten. Die Staatengruppe warnte, sie sei zu weiteren Schritten bereit, sollte die israelische Regierung nicht unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um die Situation vor Ort zu verbessern.

Frankreich belegte in dem Zusammenhang außerdem Israels rechtsextremen Finanzminister Bezalel Smotrich und mehrere gewalttätige Siedler mit einem Einreiseverbot. Zuvor hatte das Land im Mai schon dem Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir die Einreise untersagt.

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