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Startseite»Politik»Hafenstadt Sewastopol auf der Krim nach Angriff ohne Strom
Politik

Hafenstadt Sewastopol auf der Krim nach Angriff ohne Strom

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.06.2026 • 11:36 Uhr

Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf die Infrastruktur Russlands fort. Nun wurde die Stromversorgung der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim unterbrochen. Moskau nutzt die Krim als Nachschubbasis.

Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine ohne Strom. Die Energieinfrastruktur sei getroffen und beschädigt worden, erklärte Gouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram.

Auch Oberleitungsbusse können nicht fahren

Nach Angaben des Gouverneurs wurden bei dem nächtlichen Drohnenangriff auch mehrere Wohnblocks beschädigt. Wegen der Ausfälle verkehrten keine Oberleitungsbusse in der größten Stadt auf der Krim. Raswoschajew rief Eltern dazu auf, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Auch sollten die Menschen ihre Handys nur im Notfall zu nutzen, um Akku zu sparen und eine Überlastung des Mobilfunknetzes zu verhindern, erklärte der Gouverneur.

Das ukrainische Militär bestätigte am Vormittag, dass Drohnen in der Nacht das Hauptumspannwerk des Kraftwerks Sewastopol angegriffen hätten. Medienberichten zufolge ist auch in einigen anderen Teilen der Krim nach einem Drohneneinschlag in einem Kraftwerk die Stromversorgung zusammengebrochen. Am Vortag hatte die Ukraine nach Angaben des Militärs eine wichtige Eisenbahnbrücke über den Nord-Krim-Kanal zerstört.

Bewohner der Krim auch schon ohne Benzin

Russland nutzt die Krim als Nachschubbasis für den Krieg in der Ukraine. Kiew reagiert immer wieder mit Drohnenangriffen auf die Halbinsel. Die Bewohner leiden zunehmend unter den Folgen, Benzin etwa gibt es auf der Halbinsel praktisch nicht mehr.

Auch in den nahegelegenen russisch besetzten Gebieten der Region Cherson sei die Stromversorgung teilweise oder vollständig unterbrochen, erklärte der dortige Russland-Vertreter Wladimir Saldo.

Auch weit von der Front entfernte Wolgaregion unter Beschuss

Unter Beschuss ist auch die weit von der Front entfernte Wolgaregion Orenburg in Russland geraten. Medienberichten zufolge wurde eine Anlage zur Verarbeitung von Erdgas beschossen. Der Gouverneur der Region, Jewgeni Solnzew, berichtete von einem schweren Angriff. „Einige Drohnen wurden über Industrieobjekten in der Stadt abgeschossen“, schrieb er in sozialen Netzwerken. Dort seien Katastrophenschutz und Feuerwehr im Einsatz, Verletzte gebe es nicht.

Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine. Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Drohnenangriffen gegen strategisch wichtige Anlagen im russischen Hinterland. Das sind Militärobjekte und Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie. Ziel dieser Schläge ist es, dem russischen Militär die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung.

In der Ukraine sind unterdessen nach Angaben der Behörden bei russischen Drohnenangriffen mehrere Menschen getötet worden. In der nordukrainischen Region Sumy starben ein 13-jähriger Junge, sein Vater und seine Großmutter, wie die örtliche Staatsanwaltschaft mitteilt.

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