Die Bahn vermutet ein fehlerhaftes Software-Update hinter der Störung, berichtet der SWR-Bahnexperte Frieder Kümmerer. Er spricht von einem Managementversagen. Auch Sicherheitsbehörden gehen nicht von Sabotage oder einer Cyberattacke aus.
Der SWR-Bahnexperte Frieder Kümmerer nennt als Grund für den Stillstand des Schienenverkehrs in der vergangenen Nacht ein fehlerhaftes Software-Update. Das berichtet er auf tagesschau24. Nun werden Fragen gestellt, wie es genau zu der Störung gekommen ist. Das Update könnte schief gelaufen sein, man konnte eventuell nicht mehr so schnell auf eine alte Version zurückgreifen.
Wenn es eine Cyberattacke, also ein Angriff von außen, gewesen wäre, dann hätte man längere Einschränkungen gehabt, so Kümmerer. Dadurch, dass die Störung relativ schnell behoben wurde, spricht alles für ein Software-Update.
Bahnfunk-System war gestört
Der digitale Bahnfunk GSM-R war gestört. Dieses Zugfunk-System sichert eine dauerhafte Kommunikation zwischen Lokführern, Stellwerken und den Fahrdienstleitern. Es ist also ein Backup-System, falls andere Systeme ausfallen, erklärt Kümmerer. Wenn dieses ausfällt, dann können keine Notrufe mehr abgesetzt werden, dann darf der Zug nicht weiterfahren.
Dies alles zeigt, so Kümmerer, dass Fehler in Abläufen bei der Bahn immer wieder passieren: Ob es Fehler beim Update, bei Bauarbeiten bei der Kabelverlegung oder bei der Generalsanierung auf der Strecke Berlin-Hamburg sind. Man sehe Managementversagen auf ganz vielen Ebenen bei der Bahn, so Kümmerer.
