Viele Güterzüge stehen nach der bundesweiten Störung bei der Bahn weiter still. Der zuständige Verband bezeichnete die Lage als „extrem angespannt“ – und rechnet mit mehreren Tagen, bis sich die Situation normalisiert.
Während der Personenverkehr nach der bundesweiten Störung bei der Bahn weitgehend wieder läuft, gibt es im Güterverkehr weiter Probleme. Etwa die Hälfte der Güterzüge stehe noch immer still, teilte die Vorsitzende des Verbands Die Güterbahnen, Neele Wesseln, mit.
Die Lage sei „extrem angespannt“, da Güter-, Nah- und Fernverkehr gleichzeitig auf die Weiterfahrt warteten, sagte sie. Am späten Abend war das digitale Bahnfunksystem GSM-R ausgefallen. Der Zugverkehr wurde daraufhin bundesweit für etwa zwei Stunden eingestellt. „Güterbahnen fahren vor allem nachts, darum sind sie besonders stark von der Störung betroffen“, erklärte Wesseln.
Verband fordert Aufklärung von der Deutschen Bahn
Der Verband geht davon aus, dass die Logistikketten noch mehrere Tage beeinträchtigt sein werden. „Es wird Tage dauern, diesen Logistikstau abzuarbeiten“, betonte Wesseln.
Von der Deutschen Bahn erwarte der Verband eine „lückenlose Aufklärung“. Neben dem Fern- und Regionalverkehr waren auch private Bahnbetreiber sowie S-Bahnen in verschiedenen Städten betroffen.
Bahn untersucht Ursache
Die Bahn teilte mit, der „planmäßige Tausch einer technischen Komponente“ beim GSM-R sei Auslöser für die Probleme gewesen. „Wie es dadurch genau zu der Störung kam, analysieren wir nun mit höchster Priorität“, so der Chef der Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo, Philipp Nagl. Weitere Details nannte der bundeseigene Konzern nicht.
