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Startseite»Politik»Panzerhersteller KNDS will aufs Parkett
Politik

Panzerhersteller KNDS will aufs Parkett

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.06.2026 • 14:09 Uhr

In wenigen Wochen wird die Börse um einen Rüstungskonzern reicher sein. Der Panzerhersteller KNDS strebt aufs Parkett. Überhaupt bewegt im Handel am Mittwoch vor allem Verteidigung die Kurse.

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS geht an die Börse. Die Aktien des Herstellers von Kampfpanzern und Artilleriesystemen sollen im Rahmen einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris platziert werden, wie das Unternehmen am Mittwoch in Amsterdam mitteilte.

Über weitere Details etwa zu Preis und Zeitplan will der Konzern im Börsenprospekt informieren,. Konzernchef Jean-Paul Alary sagte auf einer Pressekonferenz nur so viel: „Wir erwarten den Börsengang in den kommenden Wochen.“ Unter Börsenhändlern gilt der 13. Juli als wahrscheinliches Start-Datum, da die Börse Paris danach in die Sommerpause geht.

Frankreich und Deutschland mit im Boot

Der Börsengang von KNDS war erwartet worden, Beobachter zählen ihn zu den größten europäischen Börsengängen im Verteidigungssektor der vergangenen Jahre. Vorausgegangen war eine Einigung zwischen den Regierungen in Berlin und Paris über die künftige Eigentümerstruktur des Unternehmens, das derzeit noch im Besitz des französischen Staates und der Familie hinter dem Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann ist.

Danach erwerben die Bundesrepublik Deutschland und der französische Staat jeweils einen Anteil von 40 Prozent an KNDS. Die verbleibenden 20 Prozent sollen im Zuge des Börsengangs an institutionelle Investoren veräußert werden.

Profiteur des Verteidigungsbooms

KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter und zählt zu den führenden europäischen Anbietern von Landsystemen. Zum Portfolio gehört neben dem Kampfpanzer Leopard 2 auch das Artilleriesystem Caesar. Das Unternehmen beliefert eigenen Angaben zufolge mehr als 40 Armeen weltweit.

Der Panzerbauer profitiert massiv von der Aufrüstung in Europa. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete KNDS einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro, 16 Prozent mehr als 2024. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag bei 661 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilt der Konzern ein Umsatzwachstum von 30 Prozent an.

Rüstungsaktien fallen

An der Börse sorgten die Neuigkeiten im europäischen Rüstungssektor für Abschläge. Thales und BAE Systems notierten jeweils rund zwei Prozent tiefer.

Noch stärker gerieten Papiere des größten deutschen Rüstungskonzerns unter Druck. Rheinmetall brachen ein, nachdem der Spiegel über eine Kehrtwende bei den Fregattenplänen der Bundesmarine berichtet hatte. Die will nun doch keine Schiffe des Typs F126 mehr anschaffen. Rheinmetall stand kurz vor der Übernahme des F126-Fregattenprogramms vom niederländischen Schiffsbauer DSNS. Die niederländische Wert war als General-Unternehmen für den Bau der Fregatten für die deutsche Marine vorgesehen.

TKMS profitiert von versenkten Fregattenplänen

Gefragt dagegen die Papiere von TKMS, die zweistellig zulegen. Die Thyssen-Marinetochter soll acht MEKO-Fregatten für insgesamt rund 11,6 Milliarden Euro an die Marine liefern. Insgesamt zeigt sich die Börse schwach. Vor allem der sinkende Kurs von Rheinmetall belastet der Deutschen Aktienindex.

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