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Politik

Hitze hat Europa weiter im Griff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 24, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 24.06.2026 • 11:09 Uhr

Die Hitzewelle in weiten Teilen Europas hält an: In Italien gilt für viele Städte die Warnstufe Rot, in Frankreich sind Zehntausende Haushalte ohne Strom – und in Großbritannien könnte heute der Hitzerekord geknackt werden.

Die Hitzewelle in Westeuropa hält an: Betroffen sind unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Belgien. Es ist bereits die zweite Hitzewelle in Europa innerhalb eines Monats.

In Italien gilt für 16 Städte Hitzealarmstufe Rot. Im Norden und im Zentrum des Landes – von Mailand und Turin über Bologna und Florenz bis Rom. Dort werden heute wieder Temperaturen bis teilweise 39 Grad erwartet. Die Kommunen müssen beispielsweise Nottelefone anbieten, über die vor allem alleinstehende Menschen Hilfe anfordern können. Auch klimatisierte Räume der Städte und Gemeinden sollen für die Allgemeinheit geöffnet werden.

Der Hitzehöhepunkt im Land ist laut Wetterbericht noch nicht erreicht. In ganz Italien soll es noch bis zum Monatsende richtig heiß bleiben und die Temperaturen dann tagsüber auch an der 40 Grad Marke kratzen.

Stromausfälle und Hitzerekord in Frankreich

Auch in Frankreich setzt sich die Hitzewelle fort. Zehntausende Haushalte im Nordwesten des Landes sind vom Strom abgeschnitten. 68.000 Haushalte seien betroffen, teilte die bretonische Präfektur Finistère mit. Grund ist demnach ein Vorfall an einem Transformator, der mit den hohen Temperaturen in Verbindung steht. Frühestens am Abend könnten die Haushalte wieder ans Netz angeschlossen werden.

Für insgesamt 58 französische Départements gilt aktuell die höchste Hitzewarnstufe Rot, darunter auch Finistère. Der französische Wetterdienst Météo France spricht von einer ungewohnt intensiven Hitzewelle. Gestern erlebte Frankreich demnach den heißesten Tag seit Beginn der Messungen im Jahr 1947 – mit 29,8 Grad Landesdurchschnitt der Tages- und Nachttemperaturen. An der Atlantikküste wurden Temperaturen über 44 Grad gemessen.

Auch heute könnten im Tagesverlauf wieder Temperaturrekorde gebrochen werden. Bereits um 05.00 Uhr morgens kratzte das westfranzösische La Rochelle fast an der 30-Grad-Marke. In Bordeaux zeigte das Thermometer 27 Grad Celsius und in Paris 26 Grad Celsius.

Schulschließungen in Großbritannien

In verschiedenen Teilen Großbritanniens bleiben wegen der hohen Temperaturen Schulen geschlossen oder reduzieren den Unterricht. Der britische Wetterdienst Met Office gab für heute und morgen eine rote Warnung vor extremer Hitze aus. Den Vorhersagen zufolge könnte der bisherige Tageshöchstwert für einen Juni gebrochen werden.

Auch in Spanien gilt in vielen Teilen des Landes die höchste Hitzewarnstufe.

Klimawandel verschärft Hitzewelle

Nach Angaben von Experten verschärft der Klimawandel die derzeitige Hitzewelle deutlich. „Das Wettermuster hinter dieser Hitzewelle ist nicht außergewöhnlich“, sagte Davide Faranda von dem Projekt Climameter. „Was außergewöhnlich ist, ist, dass der Klimawandel den Temperaturen in Teilen Westeuropas bis zu 4 Grad Celsius hinzugefügt hat.“ Man nähere sich den Grenzen dessen, woran sich Gesellschaften und Ökosysteme anpassen könnten. Climameter beschäftigt sich mit dem Einfluss des Klimawandels auf Wetterbedingungen in Europa.

Wissenschaftlern zufolge werden solche Phasen mit extrem hohen Temperaturen im Zuge des Klimawandels häufiger und heftiger.

Mit Informationen von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

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