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    Bischofsweihe in der Schweiz: Piusbrüder wagen den Konflikt mit dem Papst

    Juli 1, 2026
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Startseite»Politik»Bischofsweihe in der Schweiz: Piusbrüder wagen den Konflikt mit dem Papst
Politik

Bischofsweihe in der Schweiz: Piusbrüder wagen den Konflikt mit dem Papst

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.07.2026 • 07:00 Uhr

Trotz einer Mahnung von Papst Leo XIV. will die traditionalistische Piusbruderschaft in der Schweiz vier Bischöfe weihen. Die Beteiligten nehmen dafür die Exkommunikation in Kauf – sie sehen sich als Hüter des wahren Glaubens.

Von Stephan Detjen, Deutschlandfunk, zurzeit Ecône

Schon seit Anfang der Woche versammeln sich die Anhänger der ultra-konservativen Piusbruderschaft auf einer Bergwiese in Ecône, im schweizerischen Kanton Wallis. Sie kommen aus aller Welt, die meisten aus Frankreich, wo die Bewegung besonders stark ist und wachsenden Zulauf hat.

Bis zu 20.000 sollen es werden, wenn heute unter einem großen Zeltdach vier Bischöfe geweiht werden – gegen den Willen des Papstes. Bis zuletzt hatte Leo XIV. an die Piusbrüder appelliert – vergeblich:

Tut das nicht! Lasst uns versuchen, die Gemeinschaft in der Kirche zu leben. Aber es ist ihre Entscheidung. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, was das für sie und die Kirche bedeutet.

„Die Kirche ist ein sinkendes Schiff“

Die zwangsläufige Konsequenz der Bischofsweihe ohne Zustimmung des Papstes ist die Exkommunikation, der Ausschluss aller Beteiligten aus der katholischen Kirche. Doch Michel Rion, Theologe im Priesterseminar der Piusbrüder in Ecône, sieht seine Bewegung als Hüter des wahren Katholizismus – gegen den Vatikan.

Die Kirche ist ein sinkendes Schiff, weil es Lecks hat und überall Wasser eindringt. Der Papst bemerkt das ja selbst. Man sieht ja, welche Schwierigkeiten er zum Beispiel in Deutschland hat, die Bischöfe auf den richtigen Kurs zu bringen. Wir sind als Piusbrüder nur eine kleine Armee. Wir versuchen einfach in aller Treue, die Lecks im Schiff abzudichten.

Ein Konflikt mit Vorgeschichte

Der Konflikt macht sich an Reformen fest, die Anfang der 1960er-Jahre mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingeführt wurden: Die katholische Kirche öffnete sich für einen Dialog mit anderen Religionen auf Augenhöhe, bezog die Gläubigen stärker in die Feier der Messe ein.

Marcel Lefebvre, der 1991 verstorbene Gründer der Piusbruderschaft, höhnte über eine „Evangelischen Messe“ und ein „Bastardritual“.

„Sie sind perfekt organisiert“

Die Piusbrüder feiern ihre Messen nach alter Liturgie ganz auf Lateinisch und ziehen damit gerade auch junge Menschen an, wie der Religionswissenschaftler Jan Heiner Tück erklärt.

Man kann sie nicht mehr einfach als traditionalistische Splittergruppe abtun, so wie man das noch vor zehn Jahren innerhalb der Theologie gemacht hat. Sie ist international vernetzt, sie sind auf den sozialen Medien sehr umtriebig und auch perfekt organisiert.

Zulauf auch in Deutschland

Auch in Deutschland hat die Bewegung Zulauf. Am vergangenen Wochenende weihten die Piusbrüder vor rund 2.000 Anhängern im bayerischen Zaitzkofen bei Regensburg fünf junge Männer zu Priestern.

Sie sollen unter anderem wachsende Gemeinden in Baden Württemberg betreuen und eine Grundschule der Gemeinschaft im oberschwäbischen Memmingen leiten.

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Dr. Heinrich Krämer
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