Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit hat US-Präsident Trump den Handel mit Kryptowährungen vorangetrieben – und damit laut einem Finanzbericht auch persönlich lukrative Geschäfte gemacht. Kritiker sehen Interessenkonflikte.
US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr über eine Milliarde US-Dollar bei Krypto-Geschäften eingenommen, wie aus einer von der Regierung veröffentlichten Einkommenserklärung hervorgeht. Allein seine Beteiligung an World Liberty Financial brachte dem Präsidenten mehr als 500 Millionen Dollar ein. Das Krypto-Unternehmen hatten unter anderem Trump, seine Söhne und Steve Witkoff gegründet. Witkoff fungiert als Sondergesandter des Präsidenten.
Weitere 635 Millionen Dollar (rund 556 Million Euro) kassierte Trump mit Lizenzgebühren für sogenannten Meme Coins – das sind digitale Münzen, die etwa Bilder aus dem Internet oder der Popkultur aufgreifen und handelbar sind. Auch Trump selbst ließ kurz vor seinem Amtsantritt einen Meme Coin mit seinem Konterfei namens „$TRUMP“ auflegen.
Trump treibt kryptofreundliche Agenda voran
Die Krypto-Einnahmen des Präsidenten stehen auch deshalb im Fokus, weil seine Regierung den Handel mit Digitalwährungen erheblich vorantreibt. Trump hatte sich zum Ziel gesetzt, die USA zur „Bitcoin-Supermacht“ zu machen, und baut seit seinem Amtsantritt reihenweise Regulierungen ab.
Zudem hatte Trump den wegen Verstößen gegen Geldwäsche-Gesetze verurteilten Gründer der Digitalwährungsbörse Binance, Changpeng Zhao, nachträglich begnadigt. Binance war nach Trumps Wiederwahl eine enge geschäftliche Verbindung mit World Liberty Financial eingegangen.
Geschenke von FIFA-Boss Infantino
Neben den Geschäften mit Kryptowährungen fallen in Trumps fast 1.000 Seiten fassender Erklärung auch Geschenke ins Auge. Dazu zählen zehn Superbowl-Tickets im Wert von 50.000 Dollar, die Trump von der Sportfunktionärin Gayle Benson erhielt. Auch FIFA-Chef Gianni Infantino schenkte Trump zehn Karten für das Endspiel der Fußball-WM im Wert von insgesamt 15.000 Dollar.
Der Präsident wies zudem Einnahmen von über 80 Millionen Dollar aus Vergleichen mit verschiedenen Medienunternehmen sowie Einnahmen in Millionenhöhe aus der Lizenzierung seines Namens an Immobilienentwickler im Ausland aus. Die Krypto-Geschäfte, die Trumps Amtsantritt noch in den Anfängen standen, haben inzwischen einen großen Teil seines traditionellen Immobiliengeschäfts überholt.
Zusätzlich nahm Trump Millionen durch den Verkauf von Markenartikeln wie Bibeln, Turnschuhen und Uhren ein.
Vermögen vermutlich fast verdoppelt
Trumps ungewöhnlich hohe Einnahmen für einen US-Präsidenten stehen nicht zum ersten Mal im Fokus. Mitte Mai war aus einer ähnlichen Erklärung hervorgegangen, dass Trump kurz vor seiner Reise nach China Millionen in den Tech-Konzern Apple investierte. Apple-Chef Tim Cook begleitete ihn in Peking.
Der Bloomberg Billionaires Index listet Trump derzeit mit einem Gesamtvermögen von 7,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Bei seinem Amtsantritt im Januar vergangenen Jahres schätzte Forbes sein Vermögen noch auf 3,9 Milliarden. Vermutlich konnte der Präsident sein Vermögen also fast verdoppeln.
Die US-Regierung weist Vorwürfe von Interessenkonflikten stets zurück. Trumps Vermögen werde nicht von ihm selbst verwaltet.
Mit Informationen von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Washington
