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Neue Koalition mit Europa: Auf dieser Rakete ruhen riesige Hoffnungen der Ukraine

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Neue Koalition mit EuropaAuf dieser Rakete ruhen riesige Hoffnungen der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Großbritanniens Premier Keir Starmer. (Foto: via REUTERS)

Die Ukraine und mehrere europäische Staaten intensivieren ihre Zusammenarbeit bei der Flugabwehr. Ein neues, gemeinsames System könnte Russlands ballistische Raketen bekämpfen. Kiew will dafür die Hauptkomponente bereitstellen.

Die Ukraine hat sich mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien und sechs weiteren Ländern zu einer Raketenabwehr-Koalition zusammengeschlossen. Ziel ist es, der Bedrohung druch ballistische Raketen entgegenzuwirken. Russland tötet mit diesen regelmäßig viele Zivilisten in der Ukraine und auch Europa verfügt neben der Patriot-Flugabwehr aus den USA über zu wenig Optionen, um solche Angriffe abzuwehren.

Die Ukraine ist aktuell dabei, ein deutlich günstigeres System als Patriot zu entwickeln. Der von den Flamingo-Marschflugkörpern bekannte ukrainische Hersteller Firepoint nennt es Freyja. Die dazugehörige FP-7.x.-Flugabwehrrakete gegen ballistische Bedrohungen wurde auf dem Instagram-Kanal des Rüstungskonzerns gezeigt. „Gemeinsam betriebener paneuropäischer Raketenabwehrschild. Kommt bald …“, hieß es dazu.

„Europa braucht mehr Raketenabwehr. Gemeinsam können wir ein solches System aufbauen. Die Ukraine ist bereit, ihren Teil beizusteuern: die Flugabwehrrakete. Wir sind gerade dabei, diese fertigzustellen. Es ist wichtig, politisch zu bekräftigen, dass Freyja unser gemeinsames Projekt ist, das im Interesse ganz Europas liegt“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X.

Partnerstaaten könnten Radarsysteme und weitere wichtige Komponenten für Freyja zur Verfügung stellen, so der ukrainische Präsident. Ein vollständiges Flugabwehrsystem besteht in der Regel aus Flugabwehrraketen und den dazugehörigen Startgeräten sowie einem Radar und einem Feuerleitstand.

In einer Erklärung der Koalition hieß es, durch die Bündelung der verteidigungsindustriellen Basis, der Forschung und operativen Erfahrungen solle eine gemeinsame Fähigkeit Europas zur Abwehr ballistischer Raketen aufgebaut und entsprechende unterstützende Maßnahmen gefördert werden. Dies diene der Ergänzung bestehender Systeme zur Abwehr ballistischer Raketen.

Auch Italien, Dänemark, die Niederlande, Norwegen, Spanien und Schweden gehören der Koalition an. Es sei wichtig, dass europäischen Länder vertreten seien, die über die Kapazitäten zur Herstellung von Flugabwehrraketen wie FP-7.x verfügen, schrieb Selenskyj. Ihm zufolge sind unter anderem auch die Rüstungskonzerne MBDA, Hensoldt und Diehl Defence mit von der Partie.

Bestehende Flugabwehr reicht nicht aus

Europa ist zum Handeln gezwungen, weil es zu wenige Patriot-Systeme und die dazugehörigen Flugabwehrraketen gibt. Die Produktion liegt bei unter 1000 Stück pro Jahr – für alle Kunden weltweit. Neben dem Krieg in der Ukraine hat auch der Konflikt im Nahen Osten die Lagerbestände vieler Länder geleert. Für das einzige europäische Flugabwehrsystem gegen ballistische Raketen, SAMP/T, gibt es ebenfalls zu wenige Raketen vom Typ Aster.

Die Ukraine könnte mit FP-7.x. eine wichtige Lücke füllen. Firepoint berichtete vergangenen Monat von einem erfolgreichen Test der Rakete. Das Unternehmen wolle seine Ziele schnell Wirklichkeit werden lassen, hieß es. Die Entwicklung einer Abfangrakete zur Bekämpfung von ballistischen Bedrohungen ist ein hochkomplexes Unterfangen, besonders in einem kurzen Zeitraum. CEO Iryna Terekh kritisierte auf X, dass die Ukraine nicht schon viel früher in eine Flugabwehrrakete zur Bekämpfung von ballistischen Bedrohungen investiert habe.

Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian berichtete, dass Fire Point einen Suchkopf des deutschen Unternehmens Diehl Defence integrieren will. Ein solcher ist dafür da, das abzufangende Ziel zu erfassen. Beide Firmen hatten in diesem Jahr eine Partnerschaft vereinbart.

Ballistische Raketen sind seit Jahren eines der Hauptprobleme für die Ukraine. Bei einem der vergangenen Angriffe auf Kiew konnten die Luftstreitkräfte wegen des Mangels an Flugabwehrraketen keine einzige davon abfangen. In der ukrainischen Hauptstadt starben bei mehreren Großangriffen in kurzer Zeit Dutzende Menschen.

Quelle: ntv.de, rog

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