Der Konflikt zwischen den USA und Iran um die Straße von Hormus eskaliert weiter. Die Vereinigten Arabischen Emirate melden Angriffe Irans auf Öltanker, bei dem es einen Toten geben soll.
Das US-Militär hat in der dritten Nacht hintereinander nach eigenen Angaben erneut iranische Ziele attackiert. Kurz vor 23 Uhr deutscher Zeit hätten die Streitkräfte die neue Angriffswelle gestartet, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit.
Örtliche Medien in Iran haben Explosionen an der Südküste des Landes gemeldet. Laut der Nachrichtenagentur Fars sowie dem regierungstreuen Sender Press TV gab es in der Nacht mehrere Detonationen auf der Insel Kisch am Persischen Golf. Auch aus dem Bereich der Hafenstadt Buschehr, der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas wurden Explosionen gemeldet.
Nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate griff Iran zwei ihrer Öltanker in der Straße von Hormus an. Ein Besatzungsmitglied sei dabei getötet worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Zudem gebe es acht Verletzte.
Trump will Iran heute und morgen hart angreifen
Die Angriffe des US-Militärs würden die Fähigkeit Irans weiter einschränken, unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu attackieren, hieß es. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor weitere Angriffe auf Iran angekündigt. Das US-Militär werde heute Abend und morgen hart zuschlagen, sagte er in einem Radiointerview. Iran könne nichts dagegen tun.
Trump suggerierte in dem Interview auch, dass die USA eine tief unter der Erde gelegene Einrichtung angreifen könnten, die auch als „Pickaxe Mountain“ bekannt ist. Über ihren Zweck wird auch wegen der Nähe zur Atomanlage Natans schon länger spekuliert. Eine These lautet, dass Iran dort eine geheime Anlage zur Anreicherung von Uran errichten wolle, das für den Bau von Atomwaffen verwendet werden könnte. Pickaxe sei „ein mögliches Ziel“ für einen „großen, fetten“ Angriff sagte Trump. Wahrscheinlich werde es „relativ bald“ passieren.
Angriffe häufen sich
US-Streitkräfte hatten in den vergangenen Tagen nach einer vorübergehenden Kampfpause wiederholt iranische Ziele angegriffen. Das Militär begründete dies mit Attacken Irans auf Schiffe in der Straße von Hormus. Iran reagierte auf die US-Angriffe wiederum mit Vergeltungsangriffen – etwa auf Golfstaaten, in denen die USA wichtige Militärstützpunkte haben. All das befeuerte in der Region die Sorge vor einem Wiederaufflammen des Kriegs – zumal Trump die Waffenruhe mit Teheran vor wenigen Tagen für beendet erklärt hatte und zusätzlich eine Seeblockade angekündigt hatte.
