Die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount ist ein Mega-Geschäft, das nicht nur Hollywood umkrempeln könnte. Die US-Regierung winkte den Deal durch – doch mehrere Bundesstaaten wollen ihn kippen und ziehen vor Gericht.
Zwölf US-Bundesstaaten haben Klage bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht, um die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount zu verhindern. Der Zusammenschluss der zwei Unterhaltungsgiganten werde unter anderem höhere Preise, geringere Qualität sowie weniger Filme und TV-Sendungen zur Folge haben, kritisierte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta.
Das sei auch eine Gefahr für Kinobetreiber. Die zwölf US-Bundesstaaten argumentieren in ihrer Klage unter anderem, der Wegfall der Konkurrenz zwischen Warner und Paramount werde unter anderem die Filmtheater schwer treffen. Der Deal verletze Wettbewerbsregeln und müsse untersagt werden. Dabei berufen sie sich auf ein Gesetz, das Fusionen untersagt, wenn sie den Wettbewerb beeinträchtigen könnten.
Fehlerhafte Anwendung des Kartellrechts?
Paramount konterte, die Klage verkenne die Wettbewerbs-Realität der Unterhaltungsbranche und basiere auf einer fehlerhaften Anwendung des Kartellrechts. Man werde den Deal entschieden verteidigen. Zugleich laufen noch Wettbewerbsprüfungen außerhalb der USA, unter anderem in Europa.
Die US-Regierung hatte im Juni den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde – sowohl im TV- oder Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion. Dem Wall Street Journal zufolge wurde die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen der Behörde eine Empfehlung dazu abgeben konnten.
Trump-Unterstützer stach Netflix aus
Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts der Branchengröße verständigt.
Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab – inklusive der Fernsehsender wie CNN.
Der Deal ist nun rund 111 Milliarden US-Dollar (rund 98 Milliarden Euro) schwer. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.
Paramount will mehr Gewicht
Paramount wird von Larry Ellisons Sohn geführt, dem Filmproduzenten David Ellison. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit „Superman“ und „Batman“, Filmreihen wie „Harry Potter“ sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO.
Mit Informationen von Nils Dampz, ARD San Francisco
