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„Es sei denn, sie verhandeln“: Trump will Teheran mit Kraftwerk-Angriffen an Verhandlungstisch drängen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 15, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Es sei denn, sie verhandeln“Trump will Teheran mit Kraftwerk-Angriffen an Verhandlungstisch drängen

Das Regionalkommandos der US-Streitkräfte veröffentlicht bei X ein Foto des Einsatzes. (Foto: U.S. Central Command / x.com/CENTCOM)

Das US-Militär setzt die Seeblockade gegen iranische Häfen durch – allerdings ohne Gebühren. Nach einer neuen Angriffswelle auf iranische Ziele reagiert Teheran mit Gegenschlägen. Die Attacken würden weitergehen, „bis ich sage, dass es genug ist“, droht Trump.

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit Angriffen auf die zivile Infrastruktur des Landes gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Die Attacken würden weitergehen, „bis ich sage, dass es genug ist“.

Der 80-Jährige hatte dem Iran bereits im April mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden gedroht, seine Drohung dann aber nicht wahr gemacht. Damals wollte der Präsident Teheran dazu bewegen, die für den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus zu öffnen.

Das US-Militär hat in der Nacht nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle mit iranischen Zielen durchgeführt. Die jüngsten Luftangriffe sollten „die iranischen Fähigkeiten weiter schwächen, die für Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus eingesetzt werden“, erklärte das zuständige Regionalkommando Centcom in der Nacht bei X. Die USA werfen dem Iran vor, in der zurückliegenden Woche sieben Handelsschiffe angegriffen zu haben. Knapp ein Dutzend Crewmitglieder seien getötet, verletzt oder vermisst gemeldet worden.

Kuwait wehrt „feindliche Drohnenangriffe“ ab

Zudem habe das US-Militär die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufgenommen. Der Einsatz habe um 16 Uhr US-Ostküstenzeit (22 Uhr MESZ) begonnen, teilte Centcom mit. Derzeit seien „mehr als 20 Kriegsschiffe der US-Marine und hunderte Militärflugzeuge im gesamten Nahen Osten im Einsatz“. Die amerikanischen Streitkräfte seien „wachsam, schlagkräftig und einsatzbereit“, betonte das Regionalkommando.

Nach der neuerlichen US-Angriffswelle gegen den Iran ist Kuwait nach eigenen Angaben zum Ziel iranischer Drohnenangriffe geworden. „Die kuwaitische Luftabwehr wehrt derzeit feindliche Drohnenangriffe ab“, erklärte die kuwaitische Armee in der Nacht. Sie sprach von einer „schändlichen iranischen Aggression“.

In Bahrain wurde am frühen Mittwochmorgen Luftalarm ausgelöst, wie das Innenministerium in Manama mitteilte. „Bürger und Anwohner werden gebeten, Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben“, schrieb das Ministerium bei X. Der Iran hatte bereits in den vergangenen Tagen als Reaktion auf die US-Luftangriffe Ziele in Kuwait, Bahrain und anderen Golfstaaten angegriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die erneute Seeblockade im Machtkampf mit Teheran um die strategisch wichtige Straße von Hormus verkündet. In einer überraschenden Kehrtwende verzichtete Trump am Dienstag allerdings auf eine 20-prozentige US-Gebühr auf solche Schiffsfracht. Stattdessen wolle er die Einnahmen durch Handelsabkommen mit den Golfstaaten erzielen, erklärte er. Der Iran hatte den USA kurz vor Inkrafttreten der neuerlichen Seeblockade vorgeworfen, dadurch das zwischen den beiden Ländern ausgehandelten Rahmenabkommen „demontiert“ zu haben.

Die USA und der Iran hatten Mitte Juni unter pakistanischer Vermittlung ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Teil der Einigung war eine „sichere und unentgeltliche Durchfahrt“ durch die Straße von Hormus. Während kurz darauf mehr Schiffe die Meerenge durchquerten, kam es später zu Angriffen auf Frachtschiffe, die die USA dem Iran zuschreiben. Am Wochenende verkündeten die iranischen Revolutionsgarden dann erneut die Schließung der Straße von Hormus.

Der Iran hatte die für den weltweiten Öl- und Flüssiggas-Handel wichtige Meerenge bereits kurz nach Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar größtenteils gesperrt. In der Folge waren die weltweiten Energiepreise in die Höhe geschnellt.

Quelle: ntv.de, bho/AFP/dpa

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