In Indonesien breiten sich die Waldbrände weiter aus. Vor allem auf der Insel Borneo, einem der letzten natürlichen Lebensräume der Orang-Utans, stehen große Flächen in Flammen. Die Brände sind nicht unter Kontrolle.
Die Wald- und Flächenbrände auf der Insel Borneo sind weiterhin nicht unter Kontrolle. In der Region Kalimantan wüten die Feuer besonders heftig. Ein weiterer Brandherd liegt auf der Insel Sumatra. Insgesamt ist nach offiziellen Angaben bereits eine Fläche von mehr als 200.000 Hektar abgebrannt. Auch die indonesische Armee unterstützt die Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten.
Vor allem in den Moorgebieten ist das Löschen der Flammen schwierig, weil sich das Feuer auch unterirdisch ausbreitet. Die indonesische Feuerwehr versucht nun mit neuen Löschmethoden und Rohren, die Flammen unter der Erde zu ersticken. In der Luft bringen die Einsatzkräfte Chemikalien in die Wolken ein, um künstlich Regen zu schaffen.
Brände wohl durch Brandrodungen verursacht
Als Ursache für die Brände vermuten die Behörden außer Kontrolle geratene Brandrodungen. Gerodet wird dort für Palmölplantagen, Papier und Seltene Erden. Indonesien erlebt derzeit eine schwere Trockenperiode, die die Situation verschärft. Nach Regierungsangaben brannten allein im Juli fast 95.000 Hektar Wald und Land in Kalimantan und auf Sumatra.
Die Rauchschwaden und der starke Smog zogen bis nach Malaysia, Singapur und zu den Philippinen. Tausende Kinder wurden nur noch online unterrichtet. Offizielle Feste am nationalen Feiertag Mitte September sollen nur im Inneren stattfinden.
Eine Orang-Utan-Mutter und ihr Jungtier wurden vor den Flammen gerettet.
Vom Aussterben bedrohte Orang-Utans vor Flammen gerettet
Gefährlich sind die Brände derzeit auch für Orang-Utans, die in der Wildnis nur noch auf Borneo und Sumatra leben. Feuer vernichten Nahrung und Rückzugsgebiete und treiben die Tiere auf Plantagen und in andere Gebiete, wo sie starkem Rauch ausgesetzt sind und häufiger mit Menschen in Konflikt geraten können.
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft Orang-Utans mittlerweile als „vom Aussterben bedroht“ ein. Naturschützern zufolge konnte eine Orang-Utan-Mutter und ihr Nachwuchs auf Borneo inmitten eines Waldbrands von einem Baum gerettet werden. Zuvor starb ein gerettetes Orang-Utan-Männchen an den Folgen der starken Rauchbelastung.
Mit Informationen von Florian Bahrdt, ARD Singapur
