Auch 2027 keine TeilnahmeNiederlande boykottieren weiterhin den ESC
Während in Israel gewählt wird, haben andere Länder ihre Wahl bereits getroffen: Die Niederlande werden, ebenso wie Irland, auch 2027 nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. Hintergrund ist, dass Israel trotz des Gaza-Krieges bei dem Wettbewerb weiter dabei ist.
Die Dachorganisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks der Niederlande (NPO) hat bekannt gegeben, dass das Land auch 2027 nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) vertreten sein wird. Man habe nach einer Rücksprache mit dem Gremium der Rundfunkanstalten beschlossen, die ESC-Vorbereitungen vorerst zu unterbrechen, heißt es in der entsprechenden Mitteilung. Folglich werde es keine Teilnahme am nächsten ESC in Bulgarien geben.
Die Rundfunkanstalt NOS wird das Musikspektakel allerdings weiterhin wie geplant mit Kommentar und einer Vorsendung im Fernsehen übertragen. Auch die beiden Halbfinals werden im TV gezeigt.
Mehrere Länder hatten wegen des Gaza-Krieges und der Teilnahme Israels am ESC die Veranstaltung in diesem Jahr boykottiert. Irland, Spanien, Island, Slowenien und die Niederlande hatten offiziell abgesagt. Der seit mehreren Jahren in den Niederlanden für den ESC eigentlich zuständige Sender Avrotros hatte später entschieden, sich aufgrund der voraussichtlich weiteren Teilnahme Israels auch 2027 nicht beteiligen zu wollen.
Brandbrief der Belegschaft
Von Seiten der NPO wollte man allerdings 2027 wieder antreten und dem entsprechenden Beitrag ein „unabhängiges Expertenteam“ zur Seite stellen. Laut der Tageszeitung „de Volkskrant“ ging daraufhin ein Brandbrief hunderter besorgter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die NPO ein, in dem es hieß, dass man sich aus dem Wettbewerb zurückziehen solle.
Man verstehe, dass der jetzige Rückzug „eine Enttäuschung für alle ist, die sich auf einen niederländischen Beitrag zum Eurovision Song Contest gefreut haben“, wird Jet de Ranitz, Vorsitzende des NPO-Vorstands, zitiert. NPO habe Gespräche mit den Rundfunkanstalten geführt. Zwar habe es zunächst so ausgesehen, dass eine der Anstalten die Teilnahme eines niederländischen Acts ermöglichen könne. Letztlich habe man in den Gesprächen aber keinen tragfähigen Rahmen finden können.
„Folglich müssen wir feststellen, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh für eine Teilnahme am Eurovision Song Contest 2027 ist“, so Jet de Ranitz. Einen Sender zu verpflichten, wenn es um ein derart sensibles und polarisierendes Thema gehe, halte sie für unverantwortlich.
Irland hat bereits abgesagt
Jurre Bosman, Mediendirektor der NPO, ergänzte, dass man Verständnis für die Diskussion um eine Teilnahme habe. Es solle nur dann eine Künstlerin oder ein Künstler zum ESC geschickt werden, wenn man auf „uneingeschränkte Unterstützung eines oder mehrerer Rundfunksender zählen“ könne.
Der irische Rundfunk RTÉ hatte bereits im September mitgeteilt, dass auch Irland 2027 nicht am ESC teilnehmen wird und der Wettbewerb hier auch nicht übertragen werden soll. Als Grund wurde die anhaltende humanitäre Krise in Gaza genannt.
2026 hatte Sängerin Dara aus Bulgarien mit dem Lied „Bangaranga“ den ESC im österreichischen Wien gewonnen. Im kommenden Jahr soll der Wettbewerb nun im bulgarischen Schwarzmeer-Ort Burgas ausgetragen werden. Das Finale ist für den 15. Mai 2027 angesetzt.
