Vorbild für andere Regionen?Melania Trump: Waffenruhe in Oleschky ausgeweitet
Die Feuerpause für die ukrainische Stadt Oleschky wird nach Angaben von Melania Trump auf umliegende Gebiete ausgeweitet. Dies soll die Lieferung humanitärer Hilfe erleichtern. Nach Einschätzung aus Moskau und Kiew könnte die Waffenruhe als Vorbild für weitere Frontabschnitte dienen.
Die auf die ukrainische Stadt Oleschky begrenzte Waffenruhe ist nach den Worten der amerikanischen First Lady Melania Trump ausgeweitet worden. Sie gelte nun über die Stadt hinaus innerhalb der Region Cherson, teilte Melania Trump in den sozialen Medien mit.
„Der Zeitplan wurde um zwei Tage vorgezogen, um die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und die Lieferung lebenswichtiger humanitärer Hilfe zu erleichtern“, erklärte Melania Trump. „Das geografische Gebiet der Waffenruhe wurde über Oleschky hinaus in die Region Cherson ausgeweitet, um den humanitären Konvois einen sicheren Durchgang zu ermöglichen.“
Die russische Seite bestätigte in der Nacht, dass seit 3.00 Uhr (Ortszeit) und für die Dauer einer humanitären Operation eine Feuerpause rund um die seit Monaten abgeriegelte Ortschaft gelte. Die Waffenruhe soll bis zum 1. November 22.59 Uhr Ortszeit dauern (21.59 Uhr MEZ). Bislang gibt es keine Berichte über Verstöße gegen die Feuerpause.
„Größte Deeskalation seit 2022“
Während der mehrtägigen Waffenruhe werden Lebensmittel und Medikamente an die notleidenden Bewohner geliefert. Geschaffen werden soll auch ein humanitärer Korridor, damit die Menschen die Region entweder in Richtung Russland oder Ukraine verlassen können. Auch der ukrainische Generalstab hatte dies zuvor bestätigt.
Nach Einschätzung der Regierungen in Moskau und Kiew könnte die Waffenruhe eine vertrauensbildende Maßnahme sein und als Vorbild für andere Frontabschnitte dienen. „Wenn wir in Oleschky Ergebnisse sehen, kann dies den Weg für weitere Schritte im Friedensprozess ebnen“, sagte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha vor der Presse.
„Das ist die größte Deeskalation seit 2022“, schrieb der Fraktionsvorsitzende der Partei des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, David Arachamija, bei Telegram. „Jede solche Anstrengung zur Deeskalation bringt den lang erwarteten Frieden näher.“
Weil die an der Frontlinie gelegene Kleinstadt Oleschky vollständig vermint ist, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter dorthin zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen.
In der Stadt leben nach Schätzungen noch etwa 1500 Menschen bis 2000 Menschen, darunter Dutzende Kinder. Einschließlich umliegender Dörfer sollen bis zu 6000 Menschen Not leiden. Die Evakuierung soll erst in den kommenden Tagen beginnen.
Die humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses zurück, wie es in Washington heißt. Nach Darstellung der Regierung von US-Präsident Donald Trump vermittelte First Lady Melania Trump die lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew. Auch Papst Leo XIV. hatte in einem Telefonat mit Kremlchef Wladimir Putin um Hilfe für Oleschky gebeten.
