Angriff auf Ölstadt abgewehrtRaketen der Huthi-Miliz treffen Flughafen im Jemen
Die pro-iranische Huthi-Miliz nimmt Ziele im Jemen sowie in Saudi-Arabien ins Visier. Nun schlagen zwei Raketen auf dem Flughafengelände in der jemenitischen Stadt Aden ein. Auch ein Angriff auf eine saudische Öl-Metropole war offenbar geplant.
In der jemenitischen Stadt Aden sind zwei Raketen auf dem Gelände des internationalen Flughafens eingeschlagen – zu dem Angriff bekannte sich die pro-iranische Huthi-Miliz. Ein Journalist hörte am Freitag zwei laute Explosionen aus der Nähe des Flughafens, konnte jedoch nicht sagen, was genau getroffen wurde. In Aden hat die international anerkannte Regierung des Jemen ihren Sitz. Jemens Regierungstruppen bekämpfen die Huthi-Miliz und werden dabei von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition unterstützt.
Die Sicherheitsbehörde der Stadt teilte mit, dass „zwei von der Huthi-Miliz abgefeuerte Raketen innerhalb des Geländes des internationalen Flughafens von Aden einschlugen“. Es sei „der zweite Vorfall dieser Art binnen weniger als einer Woche“. Ersten Informationen zufolge gab es keine Opfer – obwohl sich zum Zeitpunkt des Einschlags ein Passagierflugzeug auf den Start nach Kairo vorbereitete. Am Donnerstag hatten die Huthis den Präsidentenpalast in Aden angegriffen, in dem sich der Regierungssitz befindet.
Die Huthis erklärten unterdessen, ein Angriff habe „das Kommandohauptquartier der saudiarabischen Streitkräfte im Badr-Lager in der Provinz Aden“ sowie ein Waffenlager zum Ziel gehabt. Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition teilte zudem mit, gleichzeitig zu dem Flughafen-Angriff eine ballistische Rakete auf die saudische Öl-Metropole Yanbu am Roten Meer abgefangen zu haben. Über Yanbu wickelt das Königreich Ölexporte ab, um die strategisch wichtige Straße von Hormus zu umgehen.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Die jemenitische Regierung hatte sich daher 2015 in die Stadt Aden zurückgezogen. Mit dem Iran-Krieg, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten, war auch der Konflikt im Jemen wieder eskaliert. Unlängst übernahmen die Huthis nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
Die Huthi-Miliz greift zunehmend auch Ziele in Saudi-Arabien an und attackierte jüngst mehrfach den Flughafen von Riad und Ölraffinerien in dem Land. Bei einem Angriff auf den Flughafen wurden in der vergangenen Woche 13 Menschen getötet.
Ein Vertreter des saudiarabischen Außenministeriums warf dem Iran vor, die Eskalation „gefördert“ zu haben. Teheran wies dies am Freitag zurück. Die bewaffneten Kräfte im Jemen handelten „nach ihren eigenen Interessen und Einschätzungen“, betonte der Sprecher des Außenministeriums, Esmaeil Bakaei.
