Bis Ende Dezember muss der UN-Sicherheitsrat eine Nachfolge für Generalsekretär Guterres bestimmen. Doch auch bei der sechsten Probeabstimmung fielen alle Kandidaten bei den Vetomächten durch.
Die bisherige Favoritin für das Amt des UN-Generalsekretärs, die frühere Vizepräsidentin von Costa Rica, Rebeca Grynspan, darf aber weiter hoffen. Bei der sechsten Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat lag die 70-Jährige erneut an der Spitze des Bewerberfeldes.
Für Grynspan sprachen sich 9 der 15 Mitgliedsstaaten aus. Ein Staat enthielt sich. Fünf Staaten stimmten gegen sie, darunter auch zwei Vetomächte. Dies wurde dadurch sichtbar, weil die fünf Vetomächte erstmals mit roten Stimmzetteln wählten.
Da die Abstimmung jedoch geheim ist, blieb unklar, wer die beiden ablehnenden Vetomächte sind. UN-Beobachter gehen davon aus, dass es sich wahrscheinlich um Russland und die USA handelt.
Transparentes Auswahlverfahren von Baerbock gefährdet
Um UN-Generalsekretär zu werden, benötigt man nicht nur die Zustimmung von mindestens 9 der 15 Mitgliedsstaaten. Zusätzlich darf keine der fünf Vetomächte mit Nein stimmen.
UN-Beobachter gehen nun von zwei Szenarien aus: Entweder gelingt es Grynspan, in weiteren Gesprächen die noch ablehnenden Vetomächte umzustimmen. Oder die Vetomächte präsentieren in den nächsten Wochen einen ganz neuen Kandidaten.
Damit wäre allerdings das bisherige transparente Auswahlverfahren gescheitert, das die frühere Präsidentin der UN-Generalversammlung Annalena Baerbock angestoßen hatte, um das bislang übliche Auskungeln der Spitzenpersonalie unter den Vetomächten zu beenden.

