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Startseite»Politik»Australien besorgt über Vogelgrippe-Ausbruch | tagesschau.de
Politik

Australien besorgt über Vogelgrippe-Ausbruch | tagesschau.de

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 30.06.2026 • 12:47 Uhr

Australien war lange von dem Vogelgrippe-Virus verschont – vor Kurzem aber wurden auch dort erkrankte Tiere gefunden. Jetzt sorgen sich viele im Land um die einzigartige Tierwelt.

Alles begann mit einem Spaziergang am Strand in der Nähe von Esperance in Western Australia vor mehr als einer Woche. Einer Tierärztin fiel ein kranker Vogel auf: eine braune Raubmöwe. Sie brachte sie in eine Klinik für Wildtiere, wo sie von Mitarbeiterin Lori-Ann Shibish untersucht wurde. „Der Vogel konnte nicht stehen. Er hat es versucht, aber er war sehr wackelig, und man konnte sehen, dass er ziemlich dehydriert und sehr matt war“, so Shibish.

Der Vogel sei kurze Zeit später gestorben, erzählt Shibish dem australischen Sender ABC News. Und: Er sei positiv auf das Vogelgrippe-Virus H5N1 getestet worden – und war damit der erste Fall auf dem australischen Festland.

Seitdem gab es drei weitere bestätigte Fälle, auch im benachbarten Bundesstaat South Australia. Die Behörden seien gut auf die Vogelgrippe vorbereitet, beruhigt die australische Regierung.

Aber Vogelkundler wie Lindall Kidd von der Organisation BirdLife wissen, wie schnell sich das Virus ausbreitet. In den vergangenen Jahren hat es weltweit Millionen Vögel infiziert.

Naturschutzorganisationen fürchten Massensterben

„Es könnte zu einem Massensterben kommen, und für einige Populationen könnte das zum Aussterben führen. Australiens Wildvögel sind ohnehin schon bedroht. Einer von sechs unserer einheimischen Vögel ist bereits vom Aussterben bedroht, also das hier ist ein kritisches Risiko“, sagt Kidd.

Auch mehr als drei Viertel der Säugetiere, die in Australien leben, kommen ausschließlich hier vor. Deshalb sorgen sich Fachleute, dass die Vogelgrippe zum Aussterben seltener Tierarten führen könnte, sollte eine Tierart die nächste anstecken.

Im vergangenen Herbst gab es bereits einen Ausbruch des H5N1-Virus auf der zu Australien gehörenden Heard Island. Die Insel ist unbewohnt und liegt Tausende Kilometer vom Festland entfernt. Seevögel und Pinguine starben, auch mehr als 13.000 See-Elefantenbabys.

Geflügelindustrie trifft Vorkehrungen

Die Geflügelinsutrie – eine milliardenschwere Branche in Australien – hat nicht damit gerechnet, dass das Virus das Festland erreichen würde. Ein Geflügelhalter sagt gegenüber 7NEWS Australia, dass er schockiert sei. Er lässt seine 40.000 Hühner nun nicht mehr ins Freie: „Australien hat eine ziemlich lange Küste, also dass es ausgerechnet bei uns in der Nähe ist… Es könnte wirklich nicht schlimmer sein. Aber ich bin gerade losgezogen und habe den örtlichen Baumarkt leergekauft – ich habe alles mitgenommen, was Vögel abschrecken könnte.“

Der größte Geflügelhalter Australiens, Inghams, hat ebenfalls schnell reagiert – obwohl seine Betriebe etwa 700 Kilometer entfernt von den Fundorten der erkrankten Vögel liegen. Der Zutritt zu allen Inghams-Betriebsgeländen wurde stark eingeschränkt.

Die Geflügelhalter sind noch gezeichnet von den Ausbrüchen der Vogelgrippe in den Jahren 2024 und 2025. Das Virus hieß da allerdings H7. Die jetzige H5-Variante gilt als aggressiver.

Trotzdem mussten damals Millionen Hühner gekeult werden, Eier wurden knapp, und Fastfood-Ketten reduzierten ihr Frühstücksangebot. Eier-Produzent Greg Palethorpe sagt bei ABC News, die Situation habe sich gerade erst normalisiert. Es sei insgesamt eine schwierige Zeit für Landwirte.

Risiken für Menschen

In australischen Medien werden auch die Risiken für Menschen diskutiert. Die Ansteckungsgefahr sei gering, sagt Beth Cookson, die das australische Veterinäramt leitet. „Wir arbeiten sehr eng mit dem Australian Center for Disease Control zusammen. Ihre Bewertung ist, dass das Risiko für Menschen gering ist.“

Trotzdem sollten Menschen keine kranken Tiere anfassen, warnen Behörden. Wer einen geschwächten Vogel sehe, solle mit dem Handy Videos machen und die bundesweite Hotline für „animal disease“, also für Tierkrankheiten, anrufen.

Hunderte Anrufe seien bereits in der ersten Woche eingegangen. Nur mit Hilfe der Bevölkerung, heißt es von der Regierung, könne man die Vogelgrippe in Australien eindämmen.

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