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Startseite»Politik»Autobauer gewähren weniger Rabatte für Elektroautos
Politik

Autobauer gewähren weniger Rabatte für Elektroautos

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.06.2026 • 10:54 Uhr

Mit der neuen E-Auto-Prämie will die Bundesregierung die Verkaufszahlen ankurbeln. Doch laut einer Studie kommt es zu einem Nebeneffekt: Die Rabatte der Hersteller sinken. Gleichzeitig wächst der Gebrauchtwagenmarkt.

Die Autobauer haben auf dem deutschen Markt die Preisnachlässe für Elektroautos zurückgefahren. Der monatliche Neuwagen-Marktbericht des privaten Center Automotive Research (CAR) sieht das als direkte Folge der staatlichen Förderung, die seit Mai rückwirkend für Anmeldungen im laufenden Jahr gezahlt wird.

„Es scheint, die Autobauer testen den Markt“, sagt Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer. Der Abstand bei den Transaktionspreisen zwischen E-Autos und Verbrennern werde entgegen dem vorherigen Trend wieder größer. Nach den Markterhebungen bei den 20 meistverkauften Elektrofahrzeugen ist der durchschnittliche Preisnachlass von 19,5 Prozent im Januar auf nun 18,6 Prozent zurückgegangen.

Weniger Rabatt für kleine Stromer

Elektroautos waren damit der Analyse zufolge in der Anschaffung im Schnitt 1.971 Euro teurer als ein vergleichbarer Verbrenner. Die staatliche Förderung ist dabei nicht eingerechnet. Sinkende Preisnachlässe beobachtet CAR vor allem bei kleineren E-Autos, die eher in das Anforderungsprofil der förderberechtigten Haushalte passen dürften.

Förderfähig sind aktuell Kauf und Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können sowie Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Letztere sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.

Voraussetzung für die Förderung ist eine Zulassung des Fahrzeugs seit dem 1. Januar dieses Jahres. Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Haushaltseinkommen (höchstens 80.000 Euro) und Familiengröße ab und kann zwischen 1.500 und 6.000 Euro betragen. Die Prämie gilt nur für Privatautos, nicht für Dienstwagen. Die Fördermittel sollen für bis zu 800.000 Fahrzeuge ausreichen.

Gebrauchte E-Autos kommen aus der Nische

Während die Rabatte für neue Elektroautos also sinken, kommt immer mehr Bewegung in den Gebrauchtwagenmarkt. Er habe sich in bemerkenswertem Tempo „vom Nischensegment zu einem etablierten Markt mit wachsendem Angebot, transparenten Preisen und verlässlichen Qualitätsstandards entwickelt“, sagt Patrick Plötz vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI).

Vor fünf bis sechs Jahren seien noch kaum gebrauchte Fahrzeuge verfügbar gewesen, doch die hohen Neuzulassungszahlen der Jahre 2020 und 2021 führten nun zu einem starken Anstieg des Angebots. Das deckt sich mit Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes: In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres wechselten bundesweit knapp 120.000 gebrauchte Stromer den Eigentümer. Das waren fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025 und fast dreimal so viele wie von Januar bis April 2024.

„Die typischen Nutzungszyklen betragen drei bis vier Jahre“, erklärt Plötz. Daher kämen die Autos vom Anfang des Jahrzehnts nun auf dem Gebrauchtwagenmarkt an – in einer breiten Auswahl. Auch der Preis sei vergleichbar zu gebrauchten Verbrennern. Zudem seien moderne Batteriesysteme inzwischen deutlich langlebiger und verlässlicher als lange angenommen, so ISI-Experte Plötz.

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