Nach der gescheiterten Bewerbung Deutschlands um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat fragen sich viele, woran es lag. ARD-Korrespondent Martin Ganslmeier zufolge könnten auch strategische Überlegungen eine Rolle gespielt haben.
Deutschland ist mit der Bewerbung um einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Bei der Wahl in New York unterlag die Bundesrepublik Portugal und Österreich deutlich. Nach Einschätzung von ARD-Korrespondent Martin Ganslmeier ist das Ergebnis für Deutschland überraschend. Die Enttäuschung sei groß, berichtete er aus New York. Dort hatte sich Bundesaußenminister Johann Wadephul bereits seit Freitag aufgehalten, um Gespräche zu führen und für Deutschland zu werben. Unmittelbar vor Beginn der Wahlen hatte Wadephul sich noch optimistisch gezeigt.
Dass dies nun nicht ausgereicht hat, könnte laut Ganslmeier auch daran liegen, dass viele kleinere Staaten den Eindruck hätten, die fünf ständigen Veto-Mächte bestimmten eh nahezu alles. Deshalb habe es möglicherweise eine Art „Widerwillen“ gegeben, mit Deutschland auch ein größeres, mächtiges Land im UN-Sicherheitsrat vertreten zu haben.
Was ändert sich?
Für den UN-Sicherheitsrat werde es ohne Deutschland die nächsten zwei Jahren „mit Sicherheit nicht einfacher“, so Ganslmeier. In wichtigen Fragen, etwa zur Ukraine, sei das Gremium eigentlich ohnehin blockiert. Deutschland wollte demnach, im Falle einer Mitgliedschaft, die zehn nicht-ständigen Mitglieder in einer Art Fraktion gegen die Mächtigeren stärken. Das wird es nun – ohne Deutschland – laut Ganslmeier nicht geben: „Ich bin skeptisch, ob sich dann so wahnsinnig viel verändern wird.“
