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Startseite»Politik»Drohne im NATO-Staat Rumänien eingeschlagen
Politik

Drohne im NATO-Staat Rumänien eingeschlagen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 29.05.2026 • 09:09 Uhr

Im NATO-Land Rumänien ist nahe der ukrainischen Grenze eine Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen. Rumänien macht Russland für den Vorfall verantwortlich. Die EU reagierte empört. Die NATO sicherte Unterstützung zu.

In Rumänien ist in der Stadt Galati eine Drohne in ein Wohnhaus eingeschlagen und hat einen Brand in dem Gebäude ausgelöst. Zwei Menschen wurden Angaben rumänischer Behörden zufolge leicht verletzt. Rumänien wirft Russland vor, für den Vorfall verantwortlich zu sein. Ob es sich wirklich um eine russische Drohne gehandelt hat, ist jedoch nicht bestätigt. Allerdings waren in den vergangenen Jahren immer wieder Trümmerteile russischer Drohnen im ukrainisch-rumänischen Grenzraum aufgetaucht.

Wie der rumänische Katastrophenschutz mitteilte, soll die Drohne mit einer Sprengladung ausgerüstet gewesen sein. Der durch die Explosion ausgelöste Brand im zehnten Stock des Wohnblocks sei inzwischen gelöscht worden. Etwa 70 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Laut Innenministerium wurde ein Ermittlerteam nach Galati geschickt, um den Vorfall zu untersuchen.

Ukraine meldet Drohnenangriffe nahe rumänischer Grenze

Die Stadt Galati liegt an der Donau, die Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt. Die Ukraine hatte in der vergangenen Nacht erneut russische Drohnenangriffe gemeldet. In den frühen Morgenstunden sei dabei auch das Gebiet um den ukrainischen Hafen Ismajil in der südlichen Oblast Odessa attackiert worden. Ismajil beherbergt den größten ukrainischen Hafen an der Donau und ist als strategisch wichtiger Ort häufig Ziel von Angriffen. Die Stadt liegt nur etwa 90 Kilometer von Galati entfernt direkt an der rumänischen Grenze.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Rumänien und NATO machen Russland verantwortlich

Obwohl die Herkunft der Drohne noch nicht offiziell bestätigt ist, macht Rumänien klar Russland für den Einschlag verantwortlich. Es handele sich um eine „schwere und unverantwortliche Eskalation“, hieß es aus dem Außenministerium in Bukarest. Rumänien werde die notwendigen diplomatischen Maßnahmen ergreifen, um auf diesen schwerwiegenden Verstoß gegen das Völkerrecht und die Verletzung seines Luftraumes zu reagieren.

Rumänien ist sowohl EU- als auch NATO-Mitglied. Der Generalsekretär des Verteidigungsbündnisses sei bereits über den Vorfall informiert worden, teilte das rumänische Außenministerium weiter mit. Die NATO sicherte dem Land Unterstützung zu. „Wir verurteilen Russlands Rücksichtslosigkeit, und die NATO wird ihre Verteidigung gegen alle Bedrohungen weiter stärken – auch gegen Drohnen“, teilte Sprecherin Allison Hart mit.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte den Drohneneinschlag. „Russlands Angriffskrieg hat eine weitere Grenze überschritten“, schrieb von der Leyen auf X. „Ein russischer Drohnenangriff traf ein dicht besiedeltes Gebiet in Rumänien und verletzte Zivilisten. Auf EU-Gebiet.“ Die EU werde die Sicherheit entlang ihrer Ostgrenze weiter verstärken und arbeite aktiv an der Ausarbeitung einer weiteren Reihe von Sanktionen gegen Russland, erklärte von der Leyen.

Auch Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot forderte Aufklärung des „verantwortungslosen“ Vorfalls. Frankreich führt die NATO-Truppen in Rumänien an und hat dort etwa 1.500 Soldaten stationiert.

Schon mehrfach Drohnen in Grenzgebiet entdeckt

Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine sind im rumänischen Grenzgebiet bereits mehrfach russische Drohnentrümmer geborgen worden. Darum unterstützt Großbritannien die Luftabwehr des NATO-Partners Rumäniens mit Kampfjets vom Typ „Typhoon“. Auch in anderen NATO-Staaten hatte es Luftraumverletzungen durch russische, aber auch durch ukrainische Drohnen gegeben.

Erst vor einem Monat war ebenfalls über Galati eine russische Drohne abgestürzt und hatte laut Behörden das Nebengebäude eines Wohnhauses getroffen. Verletzt wurde damals niemand. Und am Donnerstagabend soll einem Bericht des rumänischen Senders TVR zufolge im Gebiet um die Ortschaft Basesti Nordwesten Rumäniens eine Drohne gefunden worden sein. Auch die Herkunft dieser Drohne muss noch ermittelt werden.

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