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Startseite»Nachrichten»Eingriff mit juristischen Folgen: Ruth Moschner erhebt schwere Vorwürfe gegen Schönheitsklinik
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Eingriff mit juristischen Folgen: Ruth Moschner erhebt schwere Vorwürfe gegen Schönheitsklinik

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Eingriff mit juristischen FolgenRuth Moschner erhebt schwere Vorwürfe gegen Schönheitsklinik

Hat gerade ihr Buch „Die Fuck-it-List-Challenge“ veröffentlicht: Ruth Moschner. (Foto: IMAGO/Horst Galuschka)

Eigentlich wollte Ruth Moschner nur etwas gegen ihre „Reiterhosen“ tun. Stattdessen habe eine Beauty-Behandlung aber sichtbare Schäden hinterlassen, klagt die Moderatorin. Der Klinik wirft sie Fehler bei Behandlung und Aufklärung vor.

Ruth Moschner spricht anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches „Die Fuck-it-List-Challenge“ ungewöhnlich offen über einen kosmetischen Eingriff, den sie heute bereut. Die Moderatorin erhebt schwere Vorwürfe gegen eine Schönheitsklinik und berichtet von gesundheitlichen Folgen, mit denen sie bis heute zu kämpfen hat. Inzwischen hat der Fall auch juristische Konsequenzen.

Bereits in jungen Jahren ließ sich Moschner nach eigenen Angaben sogenannte Reiterhosen absaugen. „Heute würde man das Ganze wahrscheinlich als Lipödem diagnostizieren.“ Rund 25 Jahre später entschied sie sich für weitere Behandlungen an den Beinen. Zum Einsatz kam dabei Radiofrequenz-Microneedling. Die erhofften Resultate blieben jedoch aus. Stattdessen habe sich ihr Zustand verschlechtert. „Jede Behandlung kostet etwa 600 Euro, und die Ergebnisse lassen auf sich warten. In meinem Fall kamen sie nicht nur nicht, sondern meine Hautoberfläche und mein Unterhautfettgewebe wurden beschädigt. Ich hatte mir also für schlappe 1800 Euro ein paar wirklich gut gelungene Extradellen auf den Beinen gegönnt.“

Bis heute beschäftigt die 50-Jährige die Angelegenheit. „Ich befinde mich immer noch mittendrin im Prozess. Was mich am meisten entsetzt, ist das Verhalten der renommierten Schönheitsklinik.“ Bei einer Nachuntersuchung seien die Probleme zunächst eingeräumt worden. Später habe sich die Darstellung jedoch verändert. „Und dann kam ein Schreiben, dass das Ergebnis wohl aufgrund meines Alters, eventuellen Gewichtsverlustes oder der Liposuktion vor 25 Jahren so geworden sei. Guter Witz. Im Prinzip beleidigen sie damit ihre Hauptzielgruppe.“

Darüber hinaus kritisiert Moschner den Umgang mit ihren Unterlagen: „Dass meine Patientenakte nicht freiwillig, sondern nur per Gerichtsbeschluss übergeben wurde“. Sie werde inzwischen von einem spezialisierten Anwalt vertreten und tausche sich mit Fachleuten aus Dermatologie und ästhetischer Medizin aus. Ihr Fazit: „Inzwischen weiß ich, nicht nur die Behandlung wurde falsch durchgeführt, auch die Aufklärung war mangelhaft.“

Neues Buch soll zum Umdenken anregen

Besonders verärgert sei sie über eines: „Was mich jedoch am meisten entsetzt, ist, dass hier keine Verantwortung für einen offensichtlichen Fehler übernommen wird. Je mehr ich dazu recherchiere, bekomme ich den Eindruck, dass solche Institute sich darauf verlassen, dass Opfer verpfuschter Eingriffe sich zu sehr schämen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Also, wenn es zum Prozess kommt, lade ich alle herzlich dazu ein. Mir ist es inzwischen ein Anliegen, darüber aufzuklären, dass das alles nicht so harmlos ist, wie es immer verkauft wird.“

Neben dem Rechtsstreit spricht Moschner aktuell vor allem über ihr neues Buch „Die Fuck-it-List-Challenge“. Darin beschäftigt sie sich mit gesellschaftlichen Erwartungen, Selbstoptimierung und der Frage, welche Dinge man aus dem eigenen Leben streichen sollte. Die Beschäftigung mit gesellschaftlichen Normen begleitet Moschner schon seit vielen Jahren. Beim Schreiben habe sie sich erneut intensiv mit ihren eigenen Lebensentscheidungen auseinandergesetzt.

Dass sie sich nicht jedem gesellschaftlichen Ideal anpassen möchte, sei ihr schon früh bewusst gewesen. „Ehrlich gesagt, erinnere ich mich an keine Zeit, in der das kein Thema war. Zum Glück hatte ich bei vielen Themen einen guten Instinkt und wusste, wenn etwas nicht stimmte. Beim Thema Ehe und Kinderkriegen war mir zum Beispiel schon sehr früh klar, dass das nichts für mich ist. Aber was den Körperkrieg mit mir selbst und der kapitalistischen Gesellschaft angeht, habe ich eine lange Geschichte hinter mir.“

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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