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Erstes Mutter-Sohn-Duo: Unscheinbare Einwechslung liefert emotionale WM-Historie

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 16, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Beim Remis der Neuseeländer gegen den Iran schickt Trainer Darren Bazeley in der Nachspielzeit einen Spieler aufs Feld, der damit Geschichte schreibt. Erstmals gibt es ein Mutter-Sohn-Duo bei Fußball-Weltmeisterschaften.

Als Tyler Bindon in der 90.+2 im Spiel Neuseelands gegen den Iran eingewechselt wird, ist das Spiel fast gelaufen. Nur vier Minuten steht der 21-Jährige noch auf dem Platz, es ist eine der Einwechslungen, mit denen Trainer Zeit von der Uhr nehmen wollen. Der Verteidiger wird eingewechselt, um auch die Defensive noch mehr zu stärken, das überraschende Remis gegen die favorisierten Iraner zu verteidigen. Bindon verrichtet keine heroische Tat mehr, das Spiel endet 2:2. Und doch geht sein Auftritt in die Geschichtsbücher ein.

Denn schon seine Mutter Jenny hat bei Weltmeisterschaften mitgespielt – die beiden sind damit das erste Mutter-Sohn-Duo in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Jenny Bindon war Stammtorhüterin der Neuseeländerinnen bei den Turnieren 2007 in China und 2011 in Deutschland, auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und 2012 in London mischte sie mit. Insgesamt kommt die in den USA geborene Torhüterin, die Grant Bindon, den früheren Kapitän der neuseeländischen Volleyball-Nationalmannschaft heiratete und damit Neuseeländerin wurde, auf 77 Einsätze fürs Nationalteam. Ihr letztes Spiel absolvierte die heute 53-Jährige im Juni 2013.

„Sein Herz schlägt für Neuseeland“

Auch ihr Sohn Tyler hat wie sie sowohl die neuseeländische als auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Und der Innenverteidiger nutzte sie beide bereits im Fußball. Ein Spiel absolvierte er im Jahr 2023 für die U19 der USA, noch im selben Jahr wurde er dann aber ins Nationalteam Neuseelands berufen.

„Er hat mir ganz klargemacht, dass er Neuseeländer ist“, sagte Trainer Darren Bazeley, der das Team nun auch zur WM führte. „Sein Herz schlägt für Neuseeland. Das hat er den US-Trainern gesagt, und diese haben es akzeptiert.“ Sein Debüt gab Bindon am 13. Oktober 2023. Mit der Einwechslung gegen den Iran kommt er nun auf 26 Länderspiele.

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Im Vereinsfußball ist Bindon in England heimisch, ist noch bis Ende des Monats vom Premier-League-Klub Nottingham Forest an den Zweitligisten Sheffield United ausgeliehen. In der vor der WM zu Ende gegangenen Saison kam er auf 25 Ligaeinsätze und erzielte dabei ein Tor.

Bereits 27 Vater-Sohn-Duos

Die beiden sind das erste Mutter-Sohn-Duo, haben aber natürlich Gesellschaft von Vater-Sohn-Duos. Gleich 27 von ihnen gab es laut Fußball-Weltverband FIFA bereits bei Weltmeisterschaften. Die historisch ersten waren einst die Mexikaner Luis und Mario Pérez, die bei der WM 1930 und der WM 1950 spielten.

Die Bekanntesten sind wohl die Thurams, die sogar beide im Finale standen. Lilian gewann 1998 mit Frankreich den WM-Titel im eigenen Land. Sohn Marcus wurde 2022 in Katar Vize-Weltmeister. Marcus Thuram ist auch diesmal wieder dabei, Frankreich startet den erneuten Angriff auf den Titel am heutigen Dienstagabend gegen Senegal (21 Uhr/MagentaTV und im ntv.de-Liveticker). Mit seinem jüngeren Bruder Khéphren hätte sogar noch einer aus der Thuram-Familie die Chance, eines Tages bei einer WM zu spielen. Vier Länderspiele hat der 25-Jährige im Oktober und November 2025 absolviert – für diese WM wurde er von Nationaltrainer Didier Deschamps aber nicht nominiert.

Irans Fußballer trotzen mit Kopfballtor allen Widrigkeiten

Marcus Thuram ist nicht der Einzige, der die Vater-Sohn-Duos bei dieser WM vertritt. Der aus der Bundesliga bestens bekannte Giovanni Reyna von Borussia Mönchengladbach spielt bei diesem Turnier für die USA bei seiner Heim-WM. Im Auftaktspiel gelingt ihm beim 4:1-Sieg gegen Paraguay gleich ein Treffer (90.+8). Vor vier Jahren in Katar blieb er bei zwei Einsätzen ohne Tor, für die USA und Reyna war nach dem Achtelfinale Schluss. Sein Vater Claudio Reyna kommt gleich auf vier WM-Teilnahmen von 1994, 1998, 2022 und 2006. Es sind zwar zwei WM-Teilnahmen mehr als sein Sohn, dieser hat damit den Familien-Rekord mit einem WM-Tor.

Verwendete Quelle: ntv.de

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