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Startseite»Politik»Europäische Außenminister kritisieren Israels Vorrücken im Libanon
Politik

Europäische Außenminister kritisieren Israels Vorrücken im Libanon

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 01.06.2026 • 08:14 Uhr

In Europa wachsen Sorge und Kritik angesichts Israels Vorgehen im Libanon. Bundesaußenminister Wadephul forderte ein Ende der Kämpfe – auch von der Hisbollah. Die USA feilen unterdessen an einem weiteren Anlauf für eine Waffenruhe.

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat besorgt auf das weitere Vorrücken der israelischen Armee im Süden des Libanon reagiert. Dieses gebe „Anlass zu großer Sorge“, erklärte der CDU-Politiker. Israel habe legitime Sicherheitsinteressen, aber Zivilisten dürften nicht den Preis einer militärischen Eskalation zahlen.

Gleichzeitig müsse die proiranische Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels einstellen, forderte Wadephul in einer vom Auswärtigen Amt geteilten Mitteilung. Alle Konfliktparteien seien dringend aufgefordert, die Kampfhandlungen einzustellen und zur vereinbarten Waffenruhe zurückzukehren.

Kritik auch aus Frankreich und Großbritannien

Auch Wadephuls britische Amtskollegin Yvette Cooper hat ein Ende der israelischen Angriffe im Libanon gefordert. Ähnlich wie Wadephul sagte sie auf der Onlineplattform X, die Eskalation habe Zivilisten getötet und vertrieben, Infrastruktur zerstört und den Raum für Diplomatie eingeschränkt. Sie forderte auch die Hisbollah-Miliz auf, ihre Angriffe auf Israel einstellen und sich zu entwaffnen. Alle Seiten müssten die Waffenruhe respektieren und ernsthaft verhandeln.

Noch schärfere Kritik am israelischen Vorgehen kam aus Frankreich. „Nichts rechtfertigt die derzeitige massive Eskalation im Südlibanon“, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron. Außenminister Jean-Noël Barrot sagte dem Fernsehsender BFMTV, Frankreich erkenne Israels Recht zur Verteidigung gegen die Hisbollah-Angriffe an, doch nichts könne die Verlängerung der israelischen Militäreinsätze im Libanon und die Besetzung von Gebieten immer tiefer auf libanesischem Gebiet rechtfertigen. Mit seinem Vorstoß begehe Israel einen „schweren Fehler“.

Israel am Wochenende weit vorgerückt

Am Wochenende hatte Israel – trotz der vor mehr als sechs Wochen offiziell vereinbarten Waffenruhe – eine Ausweitung der Bodenoffensive im Libanon angeordnet. Die Truppen stoßen nun vom Litani-Fluss weiter zum rund zehn Kilometer nördlich gelegenen Zaharani-Fluss vor.

So hatten israelische Soldaten am Sonntag die strategisch wichtige Festung Beaufort eingenommen – und sind damit nun so weit ins Nachbarland vorgerückt wie seit 26 Jahren nicht mehr. Außerdem melden die libanesische Behörden immer wieder Tote durch israelische Luftangriffe, darunter den Angaben zufolge häufig Zivilistinnen und Zivilisten. Insgesamt seien im Land seit Kriegsbeginn im Nahen Osten mehr als 3.400 Menschen durch israelische Angriffe getötet und mehr als eine Million Menschen vertrieben worden.

Insider: USA planen Waffenruhe

Die USA unternehmen derweil einem Insider aus US-Regierungskreisen zufolge einen neuen Anlauf für eine Waffenruhe ‌zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Die Vereinigten Staaten hatten bereits bei der im April verkündeten ersten Waffenruhe zwischen den Parteien eine zentrale Rolle gespielt – wenn diese auch immer wieder gebrochen wurde. In dieser neuen Runde solle die Hisbollah demnach alle Angriffe auf Israel einstellen. Im ‌Gegenzug müsse Israel ‌auf eine Eskalation in Beirut verzichten, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Der US-Außenminister Marco Rubio spreche über diesen Plan bereits ​mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Während Aoun versuche, den Vorschlag ​voranzutreiben, fordere der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri dem Insider zufolge, dass Israel zuerst ‌das Feuer einstelle.

Am Dienstag soll in Washington eine weitere Runde direkter Gespräche zwischen Vertretern der israelischen und libanesischen Regierung beginnen. Die Hisbollah, die im Libanon einen Staat im Staate bildet, lehnte die Verhandlungen jedoch bisher stets ab.

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