Größter Tagesverlust seit JuniKI-Sorgen setzen dem Nasdaq zu
Die Furcht vor einem kostspieligen KI-Wettrüsten schickt die US-Börsen auf Talfahrt. Besonders Technologiewerte geraten unter Druck. Die Anleihenrenditen geben deutlich nach.
Nach der Rally des Vortags sind US-Tech-Aktien wieder eingebrochen, während die Renditen von Staatsanleihen von ihren jüngsten Höchstständen zurückgingen. Der S&P 500 fiel um 1,21 Prozent auf 7663,43. Der technologielastige Nasdaq Composite rutschte um 2,6 Prozent auf 26008,86 ab. Es war der größte Rückgang seit Anfang Juni. Der Dow Jones Index profitierte davon, dass Anleger sich nach sicheren Investitionen umsahen. Er schloss mit einem hauchdünnen Plus von 0,02 Prozent auf 52867,98 Punkten.
Sorgen über die hohen Ausgaben für KI holten die Technologieunternehmen wieder ein. Meta Platforms fiel um 7 Prozent, nachdem das Unternehmen zusätzliche künftige Ausgabenverpflichtungen in Milliardenhöhe bekannt gegeben hatte. Der Gewinn von Meta verfehlte trotz rasant steigender Umsätze ebenfalls die Erwartungen der Wall Street. Die Aktien von SpaceX, Nvidia und CoreWeave rutschten ab. Der PHLX Semiconductor Sector Index brach um 6,7 Prozent ein.
„Das geht alles auf Meta zurück“, sagte der Investor und Analyst Louis Navellier zu den branchenweiten Verlusten. „Was hier passiert, ist, dass der Markt das Kind mit dem Bade ausschüttet.“ Zusätzlich zu den Ausgabensorgen erklärte Nvidia-Chef Jensen Huang, dass es der Branche an dem Kapital fehle, das sie benötige, um das Wachstum sogenannter Neoclouds anzukurbeln – Unternehmen, die digitale Infrastruktur für KI-Hyperscaler wie Meta und Amazon bereitstellen.
Angesichts der KI-Turbulenzen in dieser Woche wichen US-Anleger auf Anleihen als sicheren Hafen aus, um risikoreichere Tech-Aktien zu meiden. Die Renditen von Staatsanleihen, die bei steigenden Anleihekursen fallen, gaben kräftig nach. Die Rendite der zweijährigen US-Anleihe fiel um 0,188 Prozentpunkte auf 4,635 Prozent, es war der größte Tagesrückgang seit mehr als einem Jahr. Die Rendite der 10-jährigen US-Anleihe fiel zum ersten Mal seit einem Monat unter 5 Prozent, es war der größte Tagesrückgang seit mehr als zwei Jahren markierte.
Rohöl der Sorte Brent stieg nach neuen Angriffen auf Saudi-Arabien und Berichten, wonach die USA und Israel ihre Pläne für Angriffe auf den Iran erneuert haben, um 4 Prozent auf 113,17 US-Dollar pro Barrel, den höchsten Schlussstand seit Mai.
Moderna-Aktie bricht ein
Die US-Wirtschaftsdaten blieben relativ stabil. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sank, was die Erwartungen auf eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr untermauerte. Daten des Leading Economic Index zeigten, dass Zuwächse bei den Arbeitsstunden im verarbeitenden Gewerbe und andere Wachstumsindikatoren die nachlassende Verbraucherstimmung ausglichen. Die Berichte deuten auf eine allgemein stabile Wirtschaft hin, weniger als eine Woche bevor die US-Notenbank über eine mögliche Zinserhöhung entscheidet.
Die Aktie von Moderna brach um 18 Prozent ein, nachdem Daten zu ihrer Krebsimpfstoff-Studie in den sozialen Medien durchgesickert waren. Die Ergebnisse, deren Bekanntgabe für Samstag geplant war, blieben hinter den Erwartungen des Marktes zurück. Moderna hatte im August erklärt, dass der Impfstoff in einer Studie Melanome verhindert habe.
Spotify trotzte der allgemeinen Marktschwäche; die Aktie schloss mit einem Plus von 11 Prozent, nachdem der Musik-Streaming-Dienst für sein drittes Quartal ein höheres Wachstum als erwartet bei den Premium-Abonnenten gemeldet hatte.
Die Aktie des Rüstungskonzerns Lockheed Martin stieg um 7 Prozent. Das Unternehmen hatte seine Prognose für den Auftragsbestand angehoben und ein jahrzehntelanges Abkommen über die Lieferung von Kampfjets an das Pentagon angekündigt.
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