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Hotspot Berlin: „Beispiellose Eskalation der Gewalt“ gegen Obdachlose

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 13, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Hotspot Berlin„Beispiellose Eskalation der Gewalt“ gegen Obdachlose

Die Habseligkeiten eines Obdachlosen liegen auf einem Bürgersteig in der Innenstadt Hannovers. Nicht nur kalte Winter sind für wohnungslose Menschen eine Gefahr, sondern auch heiße Sommer. (Archivbild)

Wer auf der Straße lebt, lebt gefährlich. Im vergangenen Jahr zählt die Polizei deutlich mehr Straftaten. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein.

Die Zahl der Straftaten gegen obdachlose Menschen ist 2025 um fast 17 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, wie die „Rheinische Post“ berichtete. Demnach kam es 2025 zu insgesamt 2563 Straftaten gegen Obdachlose. In den beiden Vorjahren seien es jeweils knapp 2200 gewesen.

Mehr als 2000 Fälle hätten sich im vergangenen Jahr gegen obdachlose Männer gerichtet, in gut 500 Fällen waren Frauen betroffen, meldete die Zeitung unter Berufung auf die Antwort aus dem Bundesinnenministerium. Am häufigsten wurden demnach Obdachlose in Berlin (592 Fälle) zu Opfern, gefolgt von Bayern (492 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (310 Fälle).

„Wir erleben auf unseren Straßen derzeit eine beispiellose Gewalteskalation gegen wohnungslose Menschen“, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Sahra Mirow der „Rheinischen Post“. „Die mehr als 2500 polizeilich erfassten Straftaten bilden dabei nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund einer geringen Anzeigebereitschaft der Betroffenen sowie ungenauer Erfassungskriterien und Definitionen aufseiten der Behörden ist von einer erheblichen Dunkelziffer und weitaus höheren Fallzahlen auszugehen.“

45.000 Menschen auf der Straße

Die Antworten zeigen dem Bericht zufolge zudem, dass die Aufklärungsquote bei Straftaten gegen obdachlose Menschen im Schnitt niedriger ausfalle als insgesamt. Bei Fällen von Gewaltkriminalität gegen Obdachlose lag sie im vergangenen Jahr bei 66,5 Prozent. Insgesamt betrug der Anteil aufgeklärter Fälle in allen Bereichen 77,5 Prozent. Erst am Mittwoch war ein Obdachloser in Köln Opfer eines Tötungsdelikts geworden. Tatverdächtig ist ein anderer Wohnungsloser, der mit dem Opfer an einer Bushaltestelle in Streit geraten war.

Laut Statistischem Bundesamt lebten in Deutschland Ende Januar 2025 knapp 475.000 Wohnungslose. Laut Diakonie ist das eine Steigerung von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese leben aber nicht alle auf der Straße, sondern sind häufig bei Freunden oder Verwandten untergekommen. Gut 45.000 Menschen lebten laut dem Wohnungslosenbericht im Februar 2024 in Deutschland auf der Straße. Etwa zwei Drittel von ihnen sind Männer, ein Drittel Frauen.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP

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