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Startseite»Nachrichten»Israel bricht Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres ab
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Israel bricht Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres ab

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 29, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Wir haben genug“Israel bricht Kontakt zu UN-Generalsekretär Guterres ab

Bereits im Oktober 2024 hatte Israel Guterres zur „unerwünschten Person“ erklärt.

Den Vereinten Nationen zufolge gibt es glaubwürdige Hinweise darauf, dass Palästinensern durch Israel sexualisierte Gewalt angetan wird. Der israelische UN-Botschafter ist empört und beendet die Zusammenarbeit mit Generalsekretär Guterres. Ein neuer Tiefpunkt ist erreicht.

Israel hat die Zusammenarbeit mit UN-Generalsekretär António Guterres aufgekündigt. Anlass sei die Entscheidung, Israel wegen Vorwürfen der sexualisierten Gewalt in Konfliktgebieten auf eine „schwarze Liste“ zu setzen, schrieb der israelische UN-Botschafter Danny Danon im Onlinedienst X. „Wir haben genug von diesem Generalsekretär“, so Danon. Die Entscheidung, Israel auf die schwarze Liste zu setzen und dem Land vorzuwerfen, sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe einzusetzen, sei „skandalös“.

Zudem schrieb der israelische UN-Botschafter, es sei ein „neuer Tiefpunkt“, Israel mit Hamas-Terroristen gleichzusetzen. Die radikalislamische Terrororganisation Hamas wurde im August 2025 auf die „schwarze Liste“ aufgenommen. Israel werde den Kontakt zu Guterres‘ Büro bis zum Ablauf seiner Amtszeit Ende des Jahres abbrechen. Bereits im Oktober 2024 hatte Israel Guterres zur „unerwünschten Person“ erklärt.

Danon bezog sich auf einen Bericht des UN-Generalsekretärs zu sexualisierter Gewalt in Konfliktgebieten. Die Untersuchung wurde noch nicht veröffentlicht, die betroffenen Staaten wurden aber vorab informiert.

UN: „Glaubwürdige Informationen“ belasten Israel

In ihrem im vergangenen August vorgelegten Jahresbericht hatte die Vereinten Nationen angekündigt, dass Israel auf die „schwarze Liste“ aufgenommen werden könnte. In dem Bericht hieß es, es lägen „glaubwürdige Informationen“ zu sexuellen Übergriffen durch israelische Sicherheitskräfte auf palästinensische Häftlinge in Gefängnissen und anderen Haftanstalten vor.

Im Laufe des vergangenen Jahres fanden israelischen Medienberichten zufolge mehrere Treffen zwischen dem israelischen UN-Botschafter und seiner Delegation sowie Vertretern des UN-Generalsekretärs und seines Teams statt. Israel habe Dokumente, Daten und eine detaillierte Stellungnahme zu allen Vorwürfen vorgelegt – dennoch habe sich Guterres dazu entschieden, Israel auf die Liste zu setzen, hieß es.

Die Beziehungen zwischen den Vereinten Nationen und Israel befinden sich seit dem Gaza-Krieg auf einem Tiefpunkt. Die israelische Regierung reagierte empört auf die scharfe Kritik von Guterres und anderen UN-Vertretern an dem israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen. Die Hamas und ihre Verbündeten hatten mit ihrem Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst. Nach zwei Kriegsjahren trat im Oktober 2025 eine maßgeblich von den USA vermittelte Waffenruhe in Kraft. Beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße gegen das Abkommen vor.

Gegenseitige Angriffe halten an

Erst am Dienstag sind palästinensischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen getötet worden. Eine israelische Drohne habe eine Rakete auf Bewohner des Flüchtlingslagers Maghasi abgefeuert, teilten Sanitäter mit. Jüngst wies zudem der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu die Armee an, 70 Prozent des Gazastreifens einzunehmen. Mitte Mai hatte er gesagt, die israelischen Streitkräfte kontrollierten 60 Prozent des Palästinensergebiets.

Bei dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 waren nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet worden. 251 Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt. Bei israelischen Angriffen in dem Palästinensergebiet wurden laut nicht unabhängig überprüfbaren Angaben der Hamas-Behörden mehr als 72.000 Menschen getötet. Allein seit Inkrafttreten der Feuerpause wurden demnach rund 900 Palästinenser getötet.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP/rts/dpa

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