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KI-Welle „in vollem Gange“: US-Börsenrally geht Puste aus – Tech-Aktien steigen weiter

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 2, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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KI-Welle „in vollem Gange“US-Börsenrally geht Puste aus – Tech-Aktien steigen weiter

Die Hoffnung auf eine Lösung im US-Iran-Konflikt und Kursgewinne im Technologiesektor hatten die US-Indizes in den vergangenen zwei Wochen um rund 3,5 bis fast fünf Prozent nach oben getrieben. (Foto: AP)

Die Börsen sind tagelang auf Rekordjagd, nun nehmen sie ein bisschen Tempo raus. Für Einzelwerte im Technologiesektor geht es dennoch weiter nach oben. Die KI-Welle stellt sogar den Krieg im Nahen Osten in den Schatten.

Nach einer mehrtägigen Rekordjagd haben es die US-Börsen am Dienstag ruhiger angehen lassen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte ein halbes Prozent höher bei bei 51.323 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 rückte leicht vor und lag bei 7609 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat mit 27.050 Punkten mehr oder weniger auf der Stelle.

Die Hoffnung auf eine Lösung im US-Iran-Konflikt und Kursgewinne im Technologiesektor hatten die US-Indizes in den vergangenen zwei Wochen um rund 3,5 bis fast fünf Prozent nach oben getrieben. „Die Märkte haben bereits einen deutlichen Optimismus hinsichtlich einer möglichen Einigung und der damit verbundenen Normalisierung der Energielieferungen eingepreist“, sagte Tom Nelson, Chefstratege bei der Investmentgesellschaft Franklin Templeton. „Sollten sich diese Erwartungen als verfrüht erweisen, könnte ein Teil der jüngsten Euphorie schnell verfliegen.“

Bei den Einzelwerten aus dem Technologiesektor ging es jedoch weiterhin steil nach oben. „Es scheint, als ob jeden Tag ein anderes Unternehmen mit Anzeichen dafür auftritt, dass die KI-Welle in vollem Gange ist“, sagte Ryan Detrick, Chefstratege beim Finanzdienstleister Carson. Der Nahe Osten spiele zwar eine Rolle, der Markt konzentriere sich jedoch stärker auf das „weiterhin unglaubliche“ Wachstum von Technologie und KI.

Tech-Werte steigen

Für Gesprächsstoff sorgte etwa Marvell. Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnete den Chipentwickler als das nächste „Billionen-Dollar-Unternehmen“, was die Titel um fast 30 Prozent steigen ließ.

Der IT-Konzern Hewlett Packard Enterprise erzielte dank des rasanten Ausbaus von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) im zweiten Quartal Rekordergebnisse und zog seine langfristigen Finanzziele um zwei Jahre vor. Die Aktien sprangen daraufhin um gut 17 Prozent nach oben.

Auch der vertraulich eingereichte Antrag von Anthropic für einen Börsengang in den USA schürte bei Anlegern Vorfreude. Damit kam der Entwickler des Chatbots „Claude“ am Montag seinem Rivalen OpenAI zuvor.

Die Papiere von Alphabet gaben hingegen gut drei Prozent nach. Der Google-Mutterkonzern will mit der Aufnahme von 80 Milliarden Dollar den kostspieligen Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) finanzieren.

Victoria’s Secret mit Kursfeuerwerk

Bei den Aktien außerhalb des Technologiesektors sorgte Victoria’s Secret mit einem Plus von fast 50 Prozent für Aufsehen. Der Dessoushersteller hat nach einem starken ersten Quartal seine Jahresprognose angehoben. „Die Marken Victoria’s Secret, PINK und Beauty gewinnen an Ansehen“, sagte Firmenchefin Hillary Super. Die Zahlen unterstreichen die jüngste Zweiteilung im US-Konsumverhalten: Während einkommensstärkere Käufer weiterhin für entbehrliche Artikel Geld ausgeben, halten sich Haushalte mit geringerem Einkommen angesichts der anhaltenden Inflation mit Käufen zurück.

Am Rohölmarkt verlangsamte sich unterdessen der Preisanstieg. Der Libanon verkündete am Montag nach einer Eskalation der Feindseligkeiten einen teilweisen Waffenstillstand zwischen der Hisbollah und Israel. Dennoch dürften Ölpreise von 93 Dollar pro Barrel weiterhin schmerzhaft bleiben, warnten Analysten.

Am Kryptomarkt rutschte der Bitcoin um sechs Prozent auf 67.066 Dollar ab. Der größte institutionelle Investor in Bitcoin, Strategy, hat zwischen dem 26. und 31. Mai 2026 insgesamt 32 Bitcoin veräußert. Das geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Dabei sei weniger die Größe des Verkaufs entscheidend als dessen Signalwirkung, kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. „Für Anleger ist die Transaktion eine Erinnerung daran, dass selbst langjährige Überzeugungen nicht in Stein gemeißelt sind.“ 

Quelle: ntv.de, toh/rts

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