Klatsche für Verstappen
Antonelli fährt in Silverstone allen um die Ohren – auch Hamilton
04.07.2026 | 18:20 Uhr
Lewis Hamilton träumt bei seinem Formel-1-Heimspiel in Silverstone vom großen Wurf im Ferrari. Auf der Jagd nach der Pole Position ist an Mercedes-Dominator Kimi Antonelli aber kein Vorbeikommen.
Kimi Antonelli hat in der Formel 1 das nächste Ausrufezeichen gesetzt und ist zur Pole Position von Silverstone gerast. Im Qualifying fuhr der WM-Spitzenreiter in 1:28,111 Minuten die Bestzeit, damit geht der Italiener zum fünften Mal vom ersten Startplatz in ein Rennen der Motorsport-Königsklasse. „Die Pole nach Hause zu holen, ist sehr befriedigend“, sagte Antonelli. Mercedes-Teamchef Toto Wolff resümierte: „Kimi fuhr wieder in einer eigenen Liga. Dass er es auf einer Runde hinbringt, ist beeindruckend.“
Zuletzt startete der Teenager in Monaco ganz vorne. Nun hielt er die Ferrari-Piloten Charles Leclerc sowie Rekordweltmeister Lewis Hamilton auf Distanz – den Hoffnungen des britischen Lokalmatadors hatte der Teenager im Duell der Generation schon zuvor einen Dämpfer verpasst. Noch am Freitag hatte sich Altmeister Hamilton (41) mit elf Tausendstel Vorsprung die Sprint-Pole vor Teenager Antonelli (19) gesichert, danach behielt Antonelli dennoch die Oberhand und gewann erstmals das Kurzrennen. Mit Hamilton, der in der WM-Wertung 47 Punkte Rückstand hat, ist auf dem Traditionskurs dennoch zu rechnen. Mit neun Erfolgen ist er Rekordsieger in Silverstone, 15 Mal stand er schon auf dem Podium, hinzu kommen zwei zweite Plätze im Sprint.
„Ich freue mich zunächst mal überhaupt hier zu stehen“, sagte Hamilton beim Interview mit den schnellsten drei Fahrern und blieb zuversichtlich: blieb derweil zwar zuversichtlich. „Wir schließen die Lücke immer mehr. Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich voll mit Kimi mithalten können.“
Verstappen flucht, Hülkenberg verpasst Top 10
Hinter der Spitze starten im Rennen am Sonntag (16 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) George Russell, Isack Hadjar und Weltmeister Lando Norris. Max Verstappen fluchte noch während des Qualifyings über ein „Desaster“, er wurde nur Siebter
Nico Hülkenberg hat derweil weiter den 13. Platz fest gebucht. Diesen hatte er schon im Sprint-Qualifying und dem Sprintrennen belegt. Vor einem Jahr war er von Startplatz 19 auf das Podium gefahren und hatte den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto wurde Elfer.
Am Sonntag kommt es auch stark auf das Elektromanagement an. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs fehlen ausreichend harte Bremspunkte, um die Batterien aufzuladen. Im Sprint waren viele Überholmanöver die Folge. „Wir versuchen auszutüfteln, was die anderen machen. Es ist ein bisschen wie ein Schachspiel an der Boxenmauer, wo du deine Energie einsetzen willst, aber es wird dadurch sehr spannend im Rennen“, sagte McLaren-Boss Zak Brown. Auch Wolff gestand, „wir tappen da selbst manchmal im Dunkeln.“
Antonelli führt in der WM mit 47 Punkten vor Hamilton, mit 43 Punkten vor Russell – am Sonntag will er seine Führung weiter ausbauen. „Es wird nicht einfach werden. Ich habe zwei Ferraris hinter mir und die werden sicherlich zusammenarbeiten mit einer guten Pace. Aber wir waren auch stark im Sprintrennen. Ich hoffe, wir können das morgen beibehalten und dann ein gutes Rennen liefern“, sagte er.
Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid
