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Startseite»Nachrichten»Klingbeil nennt es „Ramschware“: Zoll registriert deutlich mehr Lieferungen asiatischer Händler
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Klingbeil nennt es „Ramschware“: Zoll registriert deutlich mehr Lieferungen asiatischer Händler

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 12, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Klingbeil nennt es „Ramschware“Zoll registriert deutlich mehr Lieferungen asiatischer Händler

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil beim Rundgang mit den Zollbeamten zur Überprüfung von Paketen am DHL-Hub am Flughafen Leipzig/Halle. (Foto: picture alliance/dpa)

Immer mehr Menschen bestellen hierzulande bei asiatischen Online-Billighändlern wie Shein und Temu. Ab Juli entfällt die Zollbefreiung für kleine Warensendungen. Finanzminister Klingbeil fordert auf EU-Ebene besseren Verbraucherschutz.

Die Zahl von E-Commerce-Sendungen aus dem Ausland nach Deutschland ist im vergangenen Jahr weiter massiv angestiegen. „Allein im Bereich der Einfuhr von Post- und Kuriersendungen behandelte der Zoll im Vergleich zum Jahr 2024 rund 192 Millionen Warenpositionen mehr“, erklärte der Zoll. „Der Anteil von E-Commerce am internationalen Handel wächst seit Jahren rasant.“ Der deutliche Anstieg der Warensendungen sei vor allem auf den E-Commerce-Boom – insbesondere durch die Versandhändler aus China – zurückzuführen, heißt es vom Zoll.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr knapp 790 Millionen Warensendungen mit einem Wert von 1,4 Billionen Euro abgefertigt worden, teilte der Präsident der Generalzolldirektion, Armin Rolfink, bei der Vorstellung der Jahresbilanz auf dem Flughafen Leipzig/Halle mit. 2024 waren es noch 595 Millionen Sendungen im Wert von 1,3 Billionen Euro. Der Zoll prüft den Inhalt von Paketen unter anderem im Hinblick auf Produktpiraterie, Artenschutz oder verbotene Arzneimittel. Außerdem ist er für die Erhebung der Einfuhrumsatzsteuern und Zollabgaben zuständig. 

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer sprach von einer „massiven Fehlentwicklung“. „Milliarden von Warensendungen aus Drittstaaten erreichen jedes Jahr den europäischen und damit auch in großer Zahl den deutschen Markt“, erklärte DIHK-Bereichsleiter Dirk Binding. „Dem stehen zu wenig Kapazitäten für Kontrollen entgegen. Faire Wettbewerbsbedingungen durchzusetzen, wird damit fast unmöglich.“

Vor allem asiatische Billighändler wie Shein, Temu und Aliexpress stehen deshalb in der Kritik. „Es ist in der Tat ein Problem (…), dass die chinesische Ramschware unsere Märkte mittlerweile überflutet“, sagte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil dazu. Das sei aus Verbraucherschutz- und Umweltaspekten nicht zu verantworten, so der SPD-Politiker.

Klingbeil verwies auf Maßnahmen, auf die sich im März auf EU-Ebene die Unterhändler der Mitgliedstaaten und des Europaparlaments geeinigt hatten. Zum einen fällt demnach ab Juli die Zollbefreiung für kleine Warensendungen mit einem Wert von weniger als 150 Euro weg. Im Herbst soll zudem eine zusätzliche Gebühr in Höhe von drei Euro für diese Sendungen fällig werden.

Quelle: ntv.de, bho/AFP/dpa

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