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Startseite»Politik»Kommentar: Aus für FCAS-Kampfjets – Symbol des europäischen Scheiterns
Politik

Kommentar: Aus für FCAS-Kampfjets – Symbol des europäischen Scheiterns

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 9, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Kommentar

Stand: 09.06.2026 • 13:48 Uhr

Das Aus der FCAS-Kampfjets steht für ein Scheitern der Politik – von Deutschland und von Frankreich. Und das gleich auf mehreren Ebenen. Besonders für Berlin könnte es zu einer verpassten Chance werden.

Cai Rienäcker

Schon die Kommunikation zwischen Berlin und Paris über das Ende des gemeinsamen Projekts FCAS spricht Bände. Im Elysée-Palast wurde man zwar weniger vom Inhalt, aber vom Zeitpunkt des offiziellen Schlussstriches durch die Bundesregierung komplett überrascht. Erst Stunden später kam die Bestätigung aus Paris – versehen mit einigen spitzen Bemerkungen, die letztlich Berlin die Schuld für das Aus in die Schuhe schieben.

Das vor neun Jahren aus der Taufe gehobene deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS wird nun wohl als Symbol des Scheiterns in die Geschichte der beiden Länder und der europäischen Rüstungskooperation eingehen.

Scheitern auf mehreren Ebenen

Und das gleich auf mehreren Ebenen: Mit dem FCAS-Projekt eines Luftkampfverbundes der neuen Generation wollten Deutschland und Frankreich vor allem den USA unter Präsident Donald Trump zeigen, dass die Europäer bereit sind, ihre Verteidigung in die Hand zu nehmen. Heraus kam, dass es selbst im europäischen Kernverbund zwischen Deutschland und Frankreich nicht möglich ist, ein solches 100-Milliarden-Euro-Projekt erfolgreich zu stemmen.

Das Scheitern zeigt auch, über wie wenig Macht Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Ende verfügen. Der Einfluss der beiden war nicht groß genug, um die Rüstungskonzerne Dassault und Airbus zum gemeinsamen Kurs zu verdonnern – trotz aller Lippenbekenntnisse zur Stärkung der europäischen Verteidigungsfähigkeit.

Egoismen nationaler Industrien schlagen Politik

Am Ende überwiegen die Egoismen der nationalen Industrien. Und das könnte auch bei anderen deutsch-französischen Projekten weiter Schule machen, etwa beim geplanten gemeinsamen Kampfpanzer.

Und wenn in Frankreich im kommenden Jahr tatsächlich der bisher in allen Umfragen klar in Führung liegende rechtsnationale Rassemblement National die Präsidentschaftswahl gewinnen sollte, dann wird man in Berlin vielleicht von den vielen verpassten Chancen der Vergangenheit sprechen. Der gemeinsame Kampfflieger FCAS war eine davon.

Redaktioneller Hinweis

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors oder der jeweiligen Autorin wieder und nicht die der Redaktion.

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