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Startseite»Politik»Lage am Persischen Golf: „Kein Krieg, aber auch kein Frieden“
Politik

Lage am Persischen Golf: „Kein Krieg, aber auch kein Frieden“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 14, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 14.07.2026 • 21:43 Uhr

Angriffe auf Tanker, Unsicherheit an der Straße von Hormus: Nach den jüngsten US-Schlägen gegen Iran wächst am Persischen Golf die Sorge vor einer Eskalation – und ihren Folgen für den Welthandel.

Nina Amin

Es hat etwas von einem Déjà-vu: Die Straße von Hormus ist für den globalen Handel faktisch dicht. Auf US-Angriffe in der Nacht zu Dienstag auf Iran folgen umgehend iranische Vergeltungsschläge auf die Golfstaaten. Die aber eigentlich – so die iranische Lesart – nicht den Bruderstaaten am Golf gelten, sondern den US-Militäreinrichtungen in deren Ländern.

„Kein Krieg, aber auch kein Frieden“, so beschreibt es Bachar El-Halabi, Experte für Geoökonomie am Middle East Council of Global Affairs (MEC) in Doha. „Diese Situation hält sich seit einer Weile so. Es gibt jetzt mehrere Anzeichen dafür, dass wir auf eine Eskalation zusteuern.“

Angriff auf Öltanker

Eine Eskalation, die niemand am Golf will. Über der Hauptstadt von Bahrain stehen schwarze Rauchwolken. Die Luftverteidigungssysteme hätten iranische Luftangriffe abgefangen, heißt es aus dem Königreich. Zunächst kein Wort über Schäden. Auch in Jordanien heulen in den vergangenen Tagen immer wieder Alarmsirenen auf.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) melden den Beschuss von zwei Öltankern. Auf ihrem Weg südlich durch die Straße von Hormus, durch omanische Gewässer, greift Iran an. Ein indisches Besatzungsmitglied wird getötet, weitere schwer verletzt. Man verurteile die Angriffe, heißt es vom Verteidigungsministerium der VAE, und behalte sich vor, auf die Eskalation zu reagieren.

Straße von Hormus als größte Sorge

Die größte Sorge gilt aber der Lage an der Straße von Hormus, meint El-Halabi: „Die Straße von Hormus ist eine globale internationale Wasserstraße. Sie ist aber auch eine der wichtigsten Adern für die meisten Golfstaaten: Nicht nur, um ihr Öl zu exportieren, sondern auch, um alle anderen Waren zu importieren.“

Ländern wie Saudi-Arabien und die VAE haben in den vergangenen Monaten alternative Transportrouten über das Rote Meer ausgebaut. Katar, Kuwait oder Bahrain haben diese Möglichkeit nicht.

Die Meerenge und Angriffe auf durchfahrende Tanker sind Irans größtes Druckmittel in diesem Konflikt. Und US-Präsident Trump reagiert darauf: Am Montag bringt er eine Schutzgebühr für eine sichere Durchfahrt in Höhe von 20 Prozent des Frachtwerts ins Gespräch.

Trump will mit Golfstaaten verhandeln

Keine 24 Stunden später dann Trumps Rolle rückwärts. Beim Empfang des neuen irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi im Weißen Haus erklärt er: „Ich habe entschieden, die 20-Prozent-Gebühr durch Handels- und Investitionsabkommen zu ersetzen, die die verschiedenen Golfstaaten mit den Vereinigten Staaten abschließen werden.“

Mit wem genau Trump gesprochen hat, bleibt unklar. Eine offizielle Reaktion aus den Golfstaaten gibt es nicht. Immer wieder heißt es, man wolle nicht in den Krieg zwischen den USA und Iran hineingezogen werden.

El-Halabi sagt, die arabischen Staaten am Golf hätten mit Blick auf die USA vor allem wirtschaftliches Interesse: „Die Golfstaaten investieren weiterhin in die US-Wirtschaft. Sie wollen die Beziehungen zu den USA stärken.“ Ihr anderes großes Anliegen – ein sicherer Handelsweg durch die Straße von Hormus – bleibt bis auf weiteres ungewiss.

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Dr. Heinrich Krämer
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