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Liga steht Kopf: Wie zwei Trades das Machtverhältnis der NFL verändern

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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Liga steht KopfWie zwei Trades das Machtverhältnis der NFL verändern

04.06.2026, 13:25 Uhr

Von Marcus Blumberg
Myles-Garrett-spielt-nun-fuer-die-Los-Angeles-Rams-in-der-NFL
Myles Garrett spielt nun für die Los Angeles Rams in der NFL. (Foto: IMAGN IMAGES via Reuters Connect)

Die NFL schläft nie, selbst wenn nicht gespielt wird. Das unterstreichen zwei Blockbuster-Trades, die das Kräfteverhältnis nachhaltig verändern.

Eine NFL-Saison geht von September bis Mitte Februar. Doch darüber herrscht in der größten Sportliga der Welt nie so wirklich Stillstand. Derzeit finden freiwillige Offseason-Workouts statt, um nach der Free Agency – dem Transfermarkt der Liga – und dem Draft allmählich auf die kommende Saison hinzuarbeiten und Neulinge zu integrieren.

Am vergangenen Montag jedoch rückte erneut der Transfermarkt in den Fokus, denn an beiden US-Küsten fädelten zwei Spitzenteams Tauschgeschäfte ein, die sie sportlich auf ein jeweils anderes Level gehievt haben. Der eine Trade war dabei schon lange bekannt, überraschte niemanden, der andere jedoch schockte die Footballwelt – und das mit Nachdruck.

Die Rede ist vom Trade, der Edge Rusher und den amtierenden Defensive Player of the Year Myles Garrett von den seit jeher sportlich belanglosen Cleveland Browns zu den ohnehin schon für viele als Topfavoriten der kommenden Saison gehandelten Los Angeles Rams geschickt hat. Der andere Deal? Wide Receiver A.J. Brown ging von den Philadelphia Eagles zu den New England Patriots, die erst im vergangenen Februar im Super Bowl standen.

In beiden Fällen war der Preis äußerst sportlich. Die Rams, die ohnehin schon eine etablierte Historie dafür haben, nicht allzu viel Wert auf Draftpicks, also Auswählmöglichkeiten im Draft, zu legen, schickten ihren 2027er Erstrundenpick, ihren Zweitrundenpick 2028 und ihren Drittrundenpick 2029 nach Ohio. Darüber hinaus trennten sie sich auch noch von ihrem besten Pass Rusher, Jared Verse, den sie erst 2024 in Runde 1 des Draft gezogen hatten und der prompt zum besten Defensiv-Rookie des Jahres gewählt worden war.

Rams: Ein Kader ohne Schwächen

Die Rams waren zuvor schon gespickt mit Stars und hatten einen Kader, der nach zuvor schon teuren Zugängen, allen voran Cornerback Trent McDuffie, der mit den Kansas City Chiefs schon zweimal den Super Bowl gewann, ohnehin schon keine erkennbaren Lücken aufwies. Nun holten sie auch noch den wohl besten Verteidiger der NFL dazu, der ihre Defense noch ein ganzes Stück besser machen dürfte.

Damit aber nicht genug, denn offenbar denkt nun auch der vielleicht beste Defensivspieler der vergangenen 15 Jahre über ein Comeback nach. Aaron Donald war nach der Saison 2023 zurückgetreten und sieht immer noch so aus, als könnte er durch Wände laufen. NFL-Reporter Jordan Schultz antwortete er auf eine entsprechende Nachfrage jüngst mit den Worten: „Ich liebäugle definitiv mit dem Gedanken. Eine Wahnsinns-Chance mit dem Super Bowl im SoFi dieses Jahr (die Heimstätte der Rams, Anm. d. Red.). Wenn ich das Feuer wiederfinde, ist es eine Möglichkeit.“

Nicht auszudenken, wie schwer dieses Team dann zu schlagen wäre, nachdem Donald die Rams schon nach der Saison 2021 damals mit dem Elite-Pass-Rusher Von Miller an seiner Seite ebenfalls im heimischen Stadion zu einem Super-Bowl-Triumph geführt hatte. Auch damals waren die Rams mit ihren Manövern All-in gegangen und sollten am Ende für ihre aggressive Herangehensweise bestätigt werden.

Dieser Trade und seine möglichen Folgen dürfte in der NFL und vor allem in der NFC (West Division) für Angst und Schrecken sorgen. Mit den Rams ist in jedem Fall zu rechnen, wenn es Richtung Super Bowl LXI am Valentinstag 2027 geht.

Brown-Trade ein lange offenes Geheimnis

Nicht minder spektakulär, dafür aber für niemanden mehr überraschend kam hingegen der Brown-Trade nach New England. Brown wollte bekanntermaßen nach Unstimmigkeiten mit Quarterback Jalen Hurts weg von den Eagles, mit denen er noch vor einem Jahr sensationell Super Bowl LIX gegen die Chiefs gewonnen hatte.

Andere Teams wie die Rams (!) waren schon früh ausgestiegen, sodass nur noch New England übrigblieb. Und der einzige Grund, warum sich dieser Deal, der letztlich für einen Erstrundenpick 2028 und einen Fünftrundenpick 2027 über die Bühne ging, bis zum 1. Juni zog, waren die Regularien der NFL in Sachen Salary Cap.

Kurz gesagt: Die Eagles müssen für eine vorzeitige Trennung von Brown eine Vertragsstrafe in Höhe von fast 50 Millionen Dollar schlucken, wenn auch nur bilanziell – das echte Geld ist ohnehin schon an den Spieler geflossen. Gemäß der Regeln der NFL gibt es jedoch die Möglichkeit, diesen Wert auf die kommenden zwei Jahre aufzusplitten, wenn ein Trade erst nach dem 1. Juni – genau genommen nach 22 Uhr MESZ am 1. Juni – vonstatten geht. Das ist nun passiert.

Die Eagles haben für diesen Fall bereits mit zahlreichen Neuzugängen vorgesorgt, darunter Top-Talent Makai Lemon, der in Runde 1 des Draft gezogen wurde. Dennoch wird der Verlust ihres besten Wide Receivers sicher eine Lücke hinterlassen, die es erstmal zu schließen gilt.

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A.J. Brown hat bereits bei den Patriots mittrainiert. (Foto: IMAGN IMAGES via Reuters Connect)

Brown auf Moss‘ Spuren?

Die Patriots wiederum bekommen nun erstmals seit fast 20 Jahren wieder einen etablierten Star-Receiver, der wie einst Randy Moss 2007 dabei helfen soll, einen relativ jungen Quarterback aufs nächste Level zu hieven. Drake Maye, der nur knapp in der MVP-Wahl an Matthew Stafford von den Rams gescheitert war, hat nun eine klare Nummer 1 im Passspiel – passenderweise wird Brown nun auch die 1 auf dem Trikot tragen.

Brown ist der Typ Receiver, auf den sich ein Gegner besonders einstellen wird, was wiederum Freiheiten für die Nebenleute schafft. Die überwiegend jungen weiteren Receiver, die letztlich den Sprung in den Kader schaffen, könnten durch diese Neuverpflichtung ebenfalls einen Schritt nach vorn machen und das Gesamtniveau des Passspiels nochmal heben.

Die Kombo Top-Quarterback und Top-Receiver hat in der NFL seit jeher für Erfolg gesprochen. Ein Brady hatte seinerzeit seinen Moss, dann Julian Edelman und selbstredend Tight End Rob Gronkowski. Ein Joe Montana hatte Jerry Rice, Peyton Manning Marvin Harrison und Patrick Mahomes Tyreek Hill in seiner spektakulärsten Phase und generell Travis Kelce.

Insofern sind die Patriots, die im November in München auf die Detroit Lions treffen, bestens aufgestellt für einen weiteren Angriff in der NFL. Und vielleicht auch auf Konfrontationskurs mit den Rams ein paar Monate später.

Quelle: ntv.de

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