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Politik

Marktbericht: Der KI-Goldrausch geht weiter

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 25, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 25.06.2026 • 14:18 Uhr

Der US-Halbleiter-Hersteller Micron Technology ist weiter nicht zu bremsen. Die Nachfrage nach KI-Speicherchips bleibt ungebrochen hoch – die Aktie springt nach oben.

Zuletzt hatten die Anleger beim Dauerthema Künstliche Intelligenz (KI) auf der Bremse gestanden und Gewinne mitgenommen. Zu atemberaubend schienen die Entwicklungen – und vor allem die Summen, die beim KI-Geschäft im Raum stehen.

Das wohl plastischste Beispiel für einen scheinbar nicht enden wollenden KI-Goldrausch war und ist bisher der Mega-Börsengang von Elon Musks Raumfahrt- und KI-Konglomerat Space X – und weitere Börsengänge dieser Dimension, etwa von den KI-Entwicklern Anthropic oder ChatGPT-Erfinder Open AI, stehen vor der Tür.

Micron-Umsatz verfünffacht

Schneller als gedacht kehrt nun wieder Zuversicht bei den Anlegern in Sachen KI ein – durch neue Quartalszahlen des Speicherchip-Herstellers Micron Technology, verbunden mit einer optimistischen Aussicht von Firmenchef Sanjay Mehrotra.

Konkret verfünffachte Micron im abgelaufenen Quartal den Umsatz auf nahezu auf 41,46 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn lag mit 25,11 Dollar je Aktie mehr als 13-mal so hoch wie vor Jahresfrist. Für das laufende Vierteljahr stellt der weltweit drittgrößte Speicherchip-Hersteller Erlöse von 49 bis 51 Milliarden Dollar und einen Gewinn zwischen 30 und 32 Dollar je Aktie in Aussicht. Sowohl bei den Geschäftszahlen als auch beim Ausblick übertraf Micron damit die Markterwartungen.

Die Börse ist elektrisiert. Vorbörslich geht es mit der Micron-Aktie an der technologielastigen Nasdaq um über 18 Prozent auf über 1.200 Dollar bergauf in Richtung des bisherigen Rekordhochs bei 1.213 Dollar. im europäischen Handel werden derzeit fast 1.100 Euro bezahlt.

Mehr Nachfrage als Angebot

„Wir gehen davon aus, dass die Angebotslage über das Jahr 2027 hinaus angespannt bleiben wird“, so Mehrota weiter. Bedeutet konkret, dass es mehr Nachfrage gibt als Angebot für die Produkte des Halbleiterherstellers aus Boise in Idaho – wo Micron 1978 als Start-up gegründet und von lokalen Investoren finanziert wurde.

Laut ökonomischem Lehrbuch steigen die Preise dann, wenn die Nachfrage anzieht und umgekehrt. Micron befindet sich von daher in der besten aller Welten – schon im Quartal waren die Preise für Speicherchips rasant gestiegen, was maßgeblich zur Umsatzsteigerung führte.

Speicherchips unerlässlich für KI

Was aber macht Micron derzeit so extrem erfolgreich? Immerhin hat sich der Aktienkurs der lange Zeit eher unauffälligen Halbleiter-Aktie innerhalb eines Jahres etwa verzehnfacht.

Micron ist vor allem mit seinen HBM-Speicherchips erfolgreich, einer speziellen Art von Hochleistungsspeicher, der für KI-Modelle besonders wichtig ist. Konkurrenten sind die beiden südkoreanischen Firmen SK Hynix und Samsung, deren Aktienkurse sich ebenfalls vervielfacht haben.

Analysten sind zufrieden

Die US-Bank Citigroup hat das Kursziel für Micron nach den Zahlen von 1.200 auf 1.400 Dollar angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen.

Der Speicherchiphersteller habe im vergangenen Quartal seine und die Konsensschätzungen deutlich übertroffen, schrieb der Analysr Atif Malik in einer heute vorliegenden Reaktion. Gleiches gelte für den Ausblick auf das laufende Quartal. Die Lieferverträge mit Schlüsselkunden dürften rund 40 Prozent des Umsatzes in den kommenden fünf Jahren abdecken. Malik hob seine Schätzungen für das Ergebnis je Aktie (EPS) deutlich an.

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Micron massiv angehoben von 550 auf 1540 Dollar und die Einstufung auf „Overweight“ belassen. Sowohl die Quartalszahlen als auch der Ausblick des Halbleiterkonzerns auf das laufende Quartal lägen weit über den Erwartungen, schrieb der Analyst Harlan Sur heute.

Infineon an der DAX-Spitze

Wenig überraschend folgen im DAX Infineon den guten Nachrichten aus der Chipbranche und liegen an der DAX-Spitze. Auch Adidas steigen, nachdem sich das Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach Angaben von Firmenchef Björn Gulden so gut verkauft wie nie. Volkswagen Vorzüge legen zu, nachdem der Autobauer einen Teil seines Großmotorenbauers Everllence für 7,4 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Bain verkauft hat.

Enttäuschende Nachrichten zu Dialysevergütungen in den USA setzen den Kurs des Blutwäschespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) unter Druck – die Aktie rutscht ans DAX-Ende.

Der DAX baut seine Gewinne derweil leicht aus und legt rund 0,8 Prozent zu auf etwas über 24.900 Punkte. Gestern hatte der Index noch 0,6 ​Prozent auf 24.740 Punkte verloren.

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Dr. Heinrich Krämer
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