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Mit „progressiver Partei“: Griechischer Ex-Premier Alexis Tsipras will zurück in die Politik

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 27, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Mit „progressiver Partei“Griechischer Ex-Premier Alexis Tsipras will zurück in die Politik

Mit der Akropolis im Hintergrund verkündet Alexis Tsipras in Athen seine Pläne mit neuer Partei. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Alexis Tsipras verbinden so manche sicherlich mit einem schwierigen Kapitel für Griechenland: der Finanzkrise. Staatsbankrott und „Grexit“ lassen sich abwenden, aber der Absturz für den Linkspopulisten und seine Partei nicht. Jetzt will der Grieche zurück aufs politische Parkett.

Der frühere griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat seine Rückkehr in die aktive Politik mit dem Start einer neuen „progressiven und modernen Partei“ angekündigt. Vor der Kulisse der Akropolis in Athen stellte der Linkspopulist eine politische Plattform namens Griechische linke Koalition (ELAS) vor, die mit ihm an der Spitze Regierungsverantwortung übernehmen solle. Zahlreiche griechische Medien übertrugen seine Rede am Abend.

Nach schweren Wahlniederlagen seiner Partei Bündnis der radikalen Linken (Syriza) 2019 und 2023 hatte sich der 51-Jährige praktisch von der aktiven Politik ferngehalten. 2025 gab er sogar seinen Sitz im Parlament auf. In einem Buch versuchte er, mit den Jahren der Finanzkrise abzuschließen. Die Verantwortung für politische Fehlentscheidungen schrieb er vor allem früheren Ministern und engen Weggefährten zu; Selbstkritik an eigenen Entscheidungen blieb weitgehend aus. Während seiner Amtszeit von 2015 bis 2019 stand Griechenland zeitweise kurz vor einem Austritt aus der Eurozone.

Frühere Partei inzwischen bedeutungslos

In seiner Rede griff Tsipras die seit 2019 regierende konservative Regierung von Kyriakos Mitsotakis scharf an und sprach von Korruption, einer Schwächung des Rechtsstaats und wachsender sozialer Ungleichheit. Zugleich versprach er soziale Gerechtigkeit, Demokratie und nationale Souveränität, sollte seine Partei wieder regieren. 

Mit der Gründung der neuen Partei eröffnet Tsipras faktisch den Kampf um die Neuordnung des linken und des Mitte-links politischen Spektrums Griechenlands. Seine ehemalige Regierungspartei, die Syriza, ist inzwischen in mehrere politisch bedeutungslose Kleinparteien zerfallen.

Umfragen zeigen allerdings, dass die seit 2019 regierenden Konservativen mit einem Vorsprung von mehr als 15 Prozentpunkten klar stärkste Kraft sind. Tsipras’ neue Partei liefert sich demnach mit den Sozialdemokraten der Panhellenischen sozialistischen Bewegung (Pasok) ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei. Die nächsten Parlamentswahlen in Griechenland müssen spätestens im Frühsommer 2027 stattfinden.

Quelle: ntv.de, joh/dpa

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