01.07.2026 | 15:55 Uhr
Der 1. Juli ist für den früheren amerikanischen Baseballprofi Bobby Bonilla auch 25 Jahre nach Ende seiner Karriere ein schöner Tag. Denn zu diesem Stichtag bekommt er immer noch einen üppigen Gehaltsscheck zugeschickt.
Selbst im Jahr 2026 ist der 1. Juli noch immer bekannt als „Bobby Bonilla Day“ in amerikanischen Baseballkreisen. Und das nicht etwa, weil Bobby Bonilla so ein herausragender Spieler war – er war ein Guter, der sechsmal in seiner 16 Jahre umfassenden Karriere im Major League Baseball zum All-Star gewählt wurde. Doch in Erinnerung bleibt er, weil er einst einen revolutionären Vertrag unterschrieben hat.
Bonilla spielte insgesamt für acht verschiedene MLB-Teams und gewann 1997 in Diensten der Florida Marlins die World Series. Für die New York Mets spielte er insgesamt fünf Saisons – von 1992 bis 1995 und dann nochmal für 60 Spiele in der Saison 1999. Anschließend wollte man ihn schon wieder loswerden, hatte jedoch das Problem, dass ihm damals noch rund 5,9 Millionen Dollar an Gehalt zustanden, was für damalige Verhältnisse eine empfindlich hohe Summe war, mit der man einen Spieler nicht unbedingt vor die Tür setzen würde. Daher einigte man sich auf eine kreative Lösung, um die eigene Gehaltsliste für die Saison 2000 zu erleichtern.
Beide Seiten lösten den Vertrag auf, jedoch mit der Übereinkunft, dass diese 5,9 Millionen Dollar nicht unter den Tisch fallen, sondern vielmehr später ausgezahlt werden würden. Genau genommen fing dieser kuriose Prozess erst im Jahr 2011 an, am 1. Juli und für 25 Jahre. Ein weiterer Punkt im Agreement war es, dass die Mets Zinsen in Höhe von acht Prozent für dieses Manöver zu zahlen hatten. Konkret bedeutete dies, dass Bonilla damit anstatt rund 5,9 Millionen Dollar im Jahr 2000 ab 2011 jährlich die Summe von 1.193.248,20 Dollar erhält. Rechnet man das hoch, kommt man auf die stolze Summe von fast 30 Millionen Dollar (29,8), die die Mets bis 2035 an Bonilla gezahlt haben werden.
Ohtani treibt das Konzept auf die Spitze
In der heutigen Zeit greifen immer mehr Teams auf verzögerte Gehaltszahlungen zurück. Pitcher Max Scherzer etwa bekommt jährlich seit 2022 und noch bis 2028 15 Millionen Dollar von den Washington Nationals, obwohl er dort schon seit 2021 nicht mehr spielt. Zudem ist ein solches Konstrukt auch die Grundlage des absurden Vertrags des japanischen Superstars Shohei Ohtani, der 2024 für zehn Jahre und 700 Millionen Dollar bei den Los Angeles Dodgers unterschrieben hat, jedoch über die Laufzeit seines Deals nur zwei Millionen Dollar pro Jahr einstreicht und nach Ende des Deals 68 Millionen Dollar jährlich bekommen wird.
Im Vergleich dazu mögen die Summen, um die es bei Bonilla geht, verblassen. Dennoch war dies ein Geschäft, bei dem der Spieler eindeutig als Sieger hervorgegangen ist. Er hat aus einer gewissermaßen Einmalzahlung in Höhe vom 5,9 Millionen Dollar eine Steigerung von satten 405 Prozent erzielt. Ein Gewinn, den man wohl kaum mit herkömmlichen Anlagen erzielen wird. Zudem wird ihn die letzte Rate im Alter von 72 Jahren erreichen – keine schlechte Rente, gerade in der heutigen Zeit.
Verwendete Quelle: ntv.de
