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Startseite»Politik»Moderna hat Interesse an BioNTech-Werken in Deutschland
Politik

Moderna hat Interesse an BioNTech-Werken in Deutschland

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 17.06.2026 • 13:56 Uhr

Der US-Pharmakonzern Moderna will in Deutschland investieren und zeigt Interesse an Werken des einstigen Konkurrenten BioNTech. Zugleich fordert Moderna bessere Rahmenbedingungen für Pharmafirmen.

Anfang Mai hatte das einstige Vorzeigeunternehmen BioNTech die Schließung mehrerer Produktionsstandorte bekannt gegeben. Nun könnte der größte Konkurrent während der Corona-Pandemie übernehmen: Der US-Pharmakonzern Moderna hat laut einem Handelsblatt-Bericht Interesse an Werken in Deutschland, die BioNTech schließen will.

Der Chef des US-Biotech-Unternehmens, Stéphane Bancel, sei gerade in Berlin unterwegs und führe dort Gespräche mit der Regierung. In einem Interview mit dem Handelsblatt sagte der Moderna-Chef: „Wenn wir die richtige Partnerschaft mit der deutschen Bundesregierung finden würden, wären diese Anlagen eine interessante Option – im Vergleich zu einem Neubau.“

Auf die Frage, ob Moderna Beschäftigte von BioNTech übernehmen würde, sagte Bancel: „Wenn wir in ein Werk investieren würden – ganz sicher.“

Moderna-Chef fordert langfristige Planungssicherheit von der Politik

Vor einem Investitionsbeschluss müsse Deutschland aber bessere Rahmenbedingungen für Pharmafirmen schaffen und eine klare Richtung vorgeben, sagte der Moderna-Chef weiter. Deutschland sei ein attraktiver Markt aufgrund seiner Größe und der alternden Bevölkerung.

Allerdings widerstrebt Bancel das geplante Beitragsstabilisierungsgesetz der Bundesgesundheitsministerin, wonach auch die Pharmaindustrie einen Teil der Einsparungen im Gesundheitssystem tragen soll. „Wir führen derzeit Gespräche mit der Regierung über eine langfristige Partnerschaft, wie wir sie im Vereinigten Königreich und in Kanada eingegangen sind.“ Sollte Berlin nicht mitziehen, will Bancel Alternativen in Europa prüfen.

Zugleich warnte er, dass es bald keine mRNA-Produktionskapazitäten mehr in Deutschland und Europa geben werde. Dies sei ein massives Souveränitätsproblem. In China würden gerade mindestens fünf mRNA-Unternehmen aufgebaut. Mit der Schließung der BioNTech-Standorte stellt das Unternehmen auch die Produktion von Corona-Impfstoffen in Deutschland ein.

BioNTech will bis Ende 2027 mehrere Standorte schließen

BioNTech hatte Anfang Mai mitgeteilt, dass es drei seiner Standorte in Deutschland schließen wolle, die Werke in Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen sowie ein Werk in Singapur. BioNTech begründete den Schritt mit sinkenden Umsätzen mit Impfstoffen. Davon betroffen sein könnten demnach bis zu rund 1.800 Stellen. Die Schließungen sollen schrittweise bis Ende 2027 umgesetzt werden.

Auch Einrichtungen des erst Ende 2025 übernommenen deutschen Konkurrenten Curevac stehen auf der Kippe. Damals hieß es noch, das Unternehmen wolle seine Position in der mRNA-Forschung stärken. Beobachter vermuten, mit der Übernahme des einstigen Konkurrenten wollte BioNTech einen seit Jahren andauernden Patentstreit aus dem Weg räumen.

BioNTech schwächelt an der Börse

Im März hatten die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci überraschend angekündigt, sich aus dem Konzern zurückziehen und ein neues Unternehmen gründen zu wollen. Die neue Firma soll sich Innovationen im Bereich mRNA widmen, insbesondere in der Krebsforschung. Sie soll weiterhin Verbindungen zu BioNTech haben, welches sich auf die Entwicklung und Vermarktung seiner Medikamente, insbesondere im Bereich der Onkologie, konzentrieren soll.

An der Börse ist der einstige Corona-Shooting-Star weit von seinem Allzeithoch entfernt. Seid dem Höchststand im November 2021 hat die Aktie mehr als 70 Prozent an Wert verloren.

Auch der US-Pharma-Konzern Moderna hat seit der Pandemie zu kämpfen und leidet unter dem rückläufigen Geschäft mit Covid-Impfstoffen. Die Aktie hat seit ihrem Hoch Ende 2021 ebenfalls im hohen zweistelligen Bereich verloren. Seit Jahresbeginn stieg die Aktie – unter anderem wegen der Beteiligung an der Entwicklung eines Ebola-Impfstoffs.

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Dr. Heinrich Krämer
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