Mordkomplott mit geheimem Lover?Inderin stößt Verlobten von Klippe in den Tod
Eine junge Frau in Indien lockt ihren Verlobten auf einen Berg, um ihn dort von einer Klippe zu stoßen. Doch der Plan misslingt. Kurz darauf unternimmt sie den Mordversuch noch einmal – diesmal mit Erfolg. Nun schieben sie und ihr heimlicher Geliebter sich die Schuld gegenseitig zu.
Inmitten üppiger Vegetation liegt das Lohagad-Fort von Schluchten und Tälern umgeben im indischen Bundesstaat Maharashtra, nahe der Stadt Pune. Einst der Sitz antiker Herrscher ist der Festungsbau nun zum Schauplatz von Mordermittlungen geworden.
Einer jungen Frau wird vorgeworfen, ihren Verlobten Ketan Agarwal vorsätzlich von einer Klippe nahe der Festung gestoßen zu haben. Wie die britische „Times“ berichtet, hatte Siya Goyal ihn am 18. Juni gebeten, sie anlässlich ihres 20. Geburtstags auf eine Wanderung zu begleiten. Dort stieß sie ihn aus etwa 120 Metern Höhe in den Tod.
Dem Bericht zufolge hatte Goyal kurz zuvor schon einmal versucht, ihren Verlobten von einer Anhöhe zu schubsen. Sie sagte später dazu, sie habe ihn vor einer Schlange beschützen und ihn aus dem Weg stoßen wollen. Wenige Tage später unternahm sie den gleichen Mordversuch noch einmal – am gleichen Ort. Diesmal gelang er ihr.
Die perfekte High-Society-Ehe?
Das Paar war seit vergangenem Jahr zusammen und bereitete sich auf eine arrangierte Ehe im November vor. Laut „Times“ war der Hochzeitsschmuck bereits gekauft, eine Location gebucht und Privatjets für die Gäste reserviert.
Agarwal war in dem Immobilienunternehmen seiner Familie tätig. Goyals Eltern sind im Gewürz- und Trockenfrüchtehandel tätig. Beide Familien sind wohlhabend und kennen einander seit rund 35 Jahren. Es sollte eine perfekte Hochzeit in der indischen High Society werden.
Doch laut einem Bericht des Boulevardmagazins „Poeple“ fand die Polizei im Zuge der Ermittlungen heraus, dass Goyal bereits seit längerem eine heimliche Affäre mit dem 22-jährigen Chetan Chaudhary hatte. Dem Paar wird vorgeworfen, sich verschworen und Goyals Verlobten getötet zu haben, um ihre Romanze fortsetzen zu können.
Im Internet nach Mordmethoden gesucht
Im Zuge der Ermittlungen zur Ursache von Agarwals Tod gab Goyal zunächst an, er sei beim Fotografieren ausgerutscht und von der Klippe gestürzt. Die Polizei stufte die Schilderung als glaubwürdig und den Absturz als Unfall ein. Doch die Familie des Verstorbenen glaubte der Darstellung nicht und drängte die Beamten zu weiteren Untersuchungen.
Wenige Tage später wurden dann die Mordermittlungen eingeleitet, in deren Zuge Goyal und Chaudhary die Tat gestanden. „Die ausgewerteten Daten zeigen, dass sie Agarwal nicht heiraten wollte. Sie wollte mit Chaudhary zusammen sein“, sagte Polizeichef Sandeep Singh Gill gegenüber lokalen Medien. Auf ihren Telefonen sollen auch Internetsuchen nach Mordmethoden gefunden worden sein.
Goyals Familie zeigte sich bestürzt und erklärte, von der heimlichen Affäre nichts gewusst zu haben. „Wenn meine Tochter für schuldig befunden wird, sollte sie vom selben Ort gestürzt werden wie Ketan“, sagte ihre Mutter gegenüber dem indischen Sender NDTV. Dem schloss sich auch ihr Vater an: „Die Angeklagte sollte auch genau dort heruntergestoßen werden. Auch wenn es sich um meine eigene Tochter handelt.“
„Sie hätte uns warnen können“
Der Vorfall löste in Indien Diskussionen über arrangierte Hochzeiten aus. Während der polizeilichen Vernehmung sagte Chaudhary offenbar aus, Goyal habe ihre Verlobung nicht auflösen wollen – aus Angst, ihrer Familie Schande zuzufügen.
„Angesichts der gesellschaftlichen Erwartungen und des Status ihrer Familie hatte Siya das Gefühl, keine andere Wahl zu haben, als mit ihrem Freund durchzubrennen. Das hätte den Ruf ihrer Familie beschädigt“, sagte ein Polizeibeamter gegenüber der „Times“.
Agarwals Vater beklagte jedoch, dass Goyal den Familien nicht gesagt habe, dass sie nicht heiraten wolle. „Sie hätte anonym ein Foto von sich und ihrem heimlichen Freund schicken können, um uns zu warnen und uns dazu zu bringen, die Sache abzusagen.“
