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RTL/ntv-Trendbarometer: AfD bleibt weit vorn, Mehrheit erwartet vorzeitiges Koalitionsende

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 12, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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RTL/ntv-TrendbarometerAfD bleibt weit vorn, Mehrheit erwartet vorzeitiges Koalitionsende

Sehen die AfD in Umfragen nur von hinten: der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil und CDU-Chef Friedrich Merz. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine Woche nach ihrem ersten Geburtstag traut eine Mehrheit der Bürger der schwarz-roten Koalition nicht zu, vier volle Jahre durchzuhalten. Im neuen Trendbarometer bleibt die AfD fünf Prozentpunkte vor der Union, während das Ansehen des Kanzlers tief am Boden verharrt.

Ein Jahr und sechs Tage ist das schwarz-rote Regierungsbündnis alt und hat sich mit dem Aus der 1000-Euro-Prämie noch weiter beschädigt: Im neuen RTL/ntv-Trendbarometer kann sich nur noch eine Minderheit von 43 Prozent vorstellen, dass die Koalition aus CDU, CSU und SPD bis zum Ende der Legislaturperiode Anfang 2029 hält. 53 Prozent erwarten, dass das Bündnis vorher auseinanderfliegt.

Im August 2025 waren die Zahlen noch umgekehrt: 52 Prozent erwarteten ein Durchhalten, 43 Prozent ein vorzeitiges Aus. Immerhin: Zumindest unter denjenigen, die im Februar 2025 CDU, CSU oder SPD gewählt haben, erwarten weiter zwei Drittel der Befragten, dass die Koalition die volle Legislatur regiert. Die schlechte Stimmung zeigt sich auch in den für die Regierungsparteien unverändert schlechten Umfragewerten, denen zufolge die AfD weiter deutlich stärkste Kraft ist.

In der sogenannten Sonntagsfrage gibt es nur wenig Veränderungen: Wie in der Vorwoche rangiert die AfD 5 Prozentpunkte vor der Union, während CDU und CSU nur noch knapp über der 20-Prozentmarke liegen. Auf Platz drei rangieren die Grünen, die mit nunmehr 15 Prozentpunkten einen Prozentpunkt abgeben müssen. Die SPD bleibt knapp vor der Linken, die FDP hat die für den Bundestagseinzug wichtige 5-Prozent-Hürde weiter in Sicht, während das BSW mit einem Wert innerhalb der statistischen Fehlertoleranz vom Institut Forsa nicht gesondert ausgewiesen wird. Einzig zulegen kann die Gruppe der sonstigen Parteien, die auf einen Prozentpunkt mehr kommen als in der Vorwoche.

Würde heute gewählt, fielen die Zustimmungswerte der gemessenen Parteien wie folgt aus:

  • AfD 26 Prozent (Bundestagswahl 2025: 20,8 Prozent)

  • CDU/CSU 26 Prozent (28,5 Prozent)

  • Grüne 15 Prozent (11,6 Prozent)

  • SPD 12 Prozent (16,4 Prozent)

  • Linke 11 Prozent (8,8 Prozent)

  • FDP 4 Prozent (4,3 Prozent)

  • Sonstige 9 Prozent (4,6 Prozent)

Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 25 Prozent weiter deutlich über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl (17,9 Prozent).

In der wichtigen Frage nach der politischen Kompetenz kann sich die Union mit einem Plus von zwei Prozentpunkten zumindest etwas erholen: Auf die Frage, welche Partei „mit den Problemen in Deutschland am besten fertig“ wird, nennen 14 Prozent CDU und CSU. Damit liegen die Schwesterparteien gleichauf mit der weiter bei 14 Prozent liegenden AfD.

Die SPD legt mit 6 Prozent um einen Punkt zu, die Grünen bleiben bei 8 Prozent, die Linke sinkt um einen Punkt auf 4 Prozent. Auf andere Parteien entfallen 2 Prozent der Stimmen und 52 Prozent der Befragten sprechen keiner Partei diese Kompetenz zu – nach 54 Prozent in der Vorwoche.

Wie in den Vormonaten schon profitiert die Union nicht von dem Umstand, dass sie mit dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz den Bundeskanzler stellt. Ein Anteil von 14 Prozent der Befragten, die mit Merz‘ Arbeit als Bundeskanzler zufrieden sind, bedeutet lediglich ein Plus von einem Punkt im Vergleich zur Vorwoche. Es ist ein im Vergleich zu seinen Vorgängern desaströser Wert nach rund zwölf Monaten im Amt.

Die minimale Bewegung deutet auch nicht auf einen Effekt der jüngsten Kommunikationsoffensive: Merz hatte sich anlässlich seines ersten Dienstjubiläums am 6. Mai gleich mehreren großen Interviews gestellt, die aber erkennbar nichts am Eindruck der Befragten geändert haben. Auch unter den CDU/CSU-Anhängern ist weiterhin nur eine Minderheit von 47 Prozent mit dem Bundeskanzler zufrieden und eine Mehrheit von 52 Prozent unzufrieden.

Unter SPD-Anhängern liegt der Anteil der Unzufriedenen bei 81 Prozent, bei den Grünen sind es 89 Prozent. Bei denjenigen, die bei einer Bundestagswahl aktuell Linke oder AfD wählen würden, beurteilt mit 96 und 98 fast jeder und jede Befragte die Leistung von Merz negativ.

Auch der allgemeine Stimmungsindikator „Wirtschaftserwartungen“ fällt weiterhin schlecht aus, wenn auch minimal besser als in der Vorwoche. Unveränderte 66 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland in den kommenden Jahren verschlechtern werden. Der Anteil derjenigen, die eine Verbesserung erwarten, steigt um zwei Punkte auf 14 Prozent, während mit 18 Prozent ein Punkt weniger auf die Antwortmöglichkeit „unverändert“ entfällt.

Wichtigste Themen bleiben für die Befragten der Krieg im Nahen Osten, den 41 Prozent der Befragten aufzählen, gefolgt vom Zustand der Bundesregierung mit 26 Prozent. Auf Platz drei rangiert mit 33 Prozent die allgemeine wirtschaftliche Lage. Der Krieg in der Ukraine ist da mit einem Anteil 15 Prozent schon weiter abgeschlagen. Auf jeweils 12 Prozent Nennung kommen die Reform der Krankenkassen und die Benzinpreise.

Weitere gemessene Themen sind Kriege und Konflikte im Allgemeinen, die Situation in den USA, der zwischenzeitlich in der Ostsee gestrandete Buckelwal, die Rentendebatte und die AfD.

Repräsentative Umfrage | Die Daten zum RTL/ntv-Trendbarometer wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 5. und 11. Mai erhoben. Datenbasis: 2501 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte. Die Sonderumfrage, ob die Koalition vier Jahre hält, wurde am 8. und 11. Mai erhoben. Datenbasis: 1004 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 3 Prozentpunkte.

Weitere Informationen zu Forsa hier.

Quelle: ntv.de, shu/mmo

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