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Rüstungsaktien schwanken: Bundesregierung beharrt auf Börsengang von Panzerbauer KNDS

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 3, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Rüstungsaktien schwankenBundesregierung beharrt auf Börsengang von Panzerbauer KNDS

KNDS ist der Hersteller von „Leopard 2“- und „Boxer“-Panzern. (Foto: IMAGO/Matthias Wehnert)

KNDS plant einen milliardenschweren Börsengang, verschiebt den angedachten Termin aber kurzfristig. Man warte auf „günstigere Marktbedingungen“. Entsprechend ist auch die Bundesregierung in der Warteschleife.

Die Bundesregierung besteht auf den geplanten Börsengang des deutsch-französischen Panzerbauers KNDS. Man habe zur Kenntnis genommen, dass der Börsengang vorerst ausgesetzt sei und „die derzeitigen Anteilshaber die Stabilisierung der Marktbedingungen abwarten wollen“, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius in Berlin. „Die Bundesregierung … ist aber weiterhin daran interessiert, gemeinsam mit den französischen Partnern das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“ Man sei bei den Verhandlungen von der Erwartung eines erfolgreichen Börsengangs ausgegangen. „Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen weiterhin diesen Börsengang in Betracht zieht.“

Der Börsengang von KNDS in Paris und Frankfurt am Main sollte den Einstieg des Bundes bei dem Rüstungskonzern ermöglichen. Die Kosten wurden laut einem „Spiegel“-Bericht auf bis zu 7,2 Milliarden Euro geschätzt.

Die Bundesregierung habe gemeinsam mit Frankreich und den deutschen Anteilseignern Eckpunkte festgelegt, die ausgewogene Einflussrechte von Deutschland und Frankreich vorsehen. Daran wolle man auch nichts ändern, sagte Kornelius auf die Frage, ob die Konditionen Probleme für den Börsengang bereiteten. Er wolle sich nicht zu Spekulationen über die Motive von Anlegern äußern.

Deutschland soll 40 Prozent an dem deutsch-französischen Unternehmen übernehmen. Mit dem Einstieg will die Bundesregierung sicherstellen, bei dem strategisch wichtigen Hersteller von „Leopard 2“- und „Boxer“-Panzern auf Augenhöhe mit dem französischen Staat zu agieren. Dieser reduziert seine Beteiligung von 50 auf 40 Prozent. Deutschland und Frankreich haben vereinbart, ihre Anteile in den nächsten zehn Jahren nur mit gegenseitiger Zustimmung unter 30 Prozent zu senken.

KNDS ist aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter hervorgegangen. Der Konzern hat insgesamt rund 11.000 Mitarbeiter. In Deutschland unterhält KNDS elf seiner weltweit 34 Standorte. Werke gibt es unter anderem in Hamburg, den nordrhein-westfälischen Städten Remscheid und Mülheim an der Ruhr und im thüringischen Ebeleben. In Frankreich gibt es zehn KNDS-Standorte. Der Umsatz des Konzerns lag im vergangenen Jahr bei 4,4 Milliarden Euro.

Der Börsengang des deutsch-französischen Konzerns sollte eine der größten im europäischen Verteidigungssektor in jüngerer Zeit sein. Allerdings schwankten Rüstungsaktien, die in der Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine vor gut vier Jahren stark zugelegt hatten, zuletzt teilweise stark. Im Januar hatte beispielsweise der tschechische Rüstungskonzern CSG zwar einen starken Start beim Börsengang hingelegt. Inzwischen hat das Papier aber mehr als die Hälfte seines Wertes verloren.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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