Die deutsche Luft- und Raumfahrtbranche verzeichnet so hohe Umsätze wie noch nie. Und auch die Mitarbeiterzahl klettert auf einen Höchststand. Hintergrund sind deutlich mehr Rüstungsaufträge.
Angetrieben von einem Boom im Rüstungsgeschäft hat die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie im vergangenen Jahr Rekorde bei Umsatz und Beschäftigung erzielt. Die Einnahmen in der Branche kletterten um 19 Prozent auf 62 Milliarden Euro, wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) mitteilte. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg auf einen Höchststand von 130.000.
Besonders stark entwickelte sich die militärische Luftfahrt, deren Umsatz um 35 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro in die Höhe schoss. Auch die Raumfahrt legte um 17 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro zu. Größtes Segment bleibt jedoch die zivile Luftfahrt mit einem Zuwachs von 15 Prozent auf 45 Milliarden Euro.
Hohe Nachfrage nach Corona-Krise
Insgesamt führte der Verband das Wachstum auf die sicherheitspolitische Zeitenwende sowie eine hohe internationale Nachfrage und den anhaltenden Produktionshochlauf in der Luftfahrtindustrie nach der Überwindung der Covid-Krise zurück. „Die Zahlen zeigen: Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist für Deutschland strategisch relevant – wirtschaftlich, technologisch und sicherheitspolitisch“, sagte BDLI-Präsident Michael Schöllhorn.
Die Branche stehe jedoch vor großen Herausforderungen wie fragilen Lieferketten, steigendem internationalen Wettbewerbsdruck und einem hohen Bedarf an Fachkräften. Im vergangenen Jahr investierte die Industrie rund vier Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. Die Exportquote lag bei 66 Prozent.
