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Startseite»Nachrichten»„Schauen, was sich rechnet“: Krankenhausgesellschaft NRW rechnet mit Schließungen von Kinderstationen
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„Schauen, was sich rechnet“: Krankenhausgesellschaft NRW rechnet mit Schließungen von Kinderstationen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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„Schauen, was sich rechnet“Krankenhausgesellschaft NRW rechnet mit Schließungen von Kinderstationen

Die Wege zur nächsten Kinderklinik könnten länger werden, fürchtet die Krankenhausgesellschaft in Nordrhein-Westfalen. (Foto: picture alliance/dpa)

Die gesetzliche Krankenversicherung steckt in den roten Zahlen. Die Bundesregierung will mit Reformen gegensteuern. Deutschlands größte Landes-Krankenhausgesellschaft erwartet weniger Einnahmen – was Folgen für Kinder und Eltern haben könnte.

Deutschlands größte Landes-Krankenhausgesellschaft fürchtet bei Umsetzung der geplanten Gesundheitsreform mit der Schließung von Geburtshilfen und Kinderstationen. „Die Sparpläne bedeuten, dass die Kliniken acht Prozent ihrer bisherigen Einnahmen verlieren“, sagte Ingo Morell, Präsident der Krankenhausgesellschaft NRW (KGNW), der „Rheinischen Post“. Demnach kämpften heute bereits 75 Prozent der Kliniken mit roten Zahlen. „Die Kliniken müssen jetzt genau schauen, was sich rechnet“, mahnte Morell.

„Als erstes sind zum Beispiel Geburtshilfen und pädiatrische Abteilungen in Gefahr, wenn diese defizitär sind. Es ist schwer, diese Bereiche wirtschaftlich zu führen, weil das sogenannte Fallpauschalensystem auf Menge ausgerichtet ist“, erklärte Morell. Pädiatrische Abteilungen sind spezialisierte Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin in Krankenhäusern. Bisher hätten viele Kliniken die Geburtshilfe durch andere Einnahmen subventioniert, das ginge mit der Reform nicht mehr. Daher drohten Schließungen.

Morell warnte, dass die Wege zur nächsten Kinderklinik länger werden könnten. „Die meisten Kinderkliniken erleben starke saisonale Schwankungen, im Herbst und Winter sind sie voll mit kleinen Patienten, die zum Beispiel an RSV- und anderen Atemwegserkrankungen leiden. Im Sommer sind sie deutlich weniger ausgelastet, die Vorhaltekosten aber bleiben.“ Daher bestehe die Gefahr, dass unrentablere Abteilungen geschlossen werden.

Der KGNW-Präsident appellierte an die Bundesländer, die Reform von Gesundheitsministerin Nina Warken im Bundesrat zu stoppen. „Wir erwarten von den Ländern, dass sie die dramatische Lage vieler Kliniken sehen und notwendige Änderungen an der Reform im Bundesrat durchsetzen“, so Morell.

Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen ist die größte Landes-Krankenhausgesellschaft in Deutschland. Als regionaler Dachverband vertritt sie die Interessen von rund 320 bis 340 Krankenhäusern im bevölkerungsreichsten Bundesland. Auf Bundesebene ist die KGNW damit der größte Mitgliedsverband der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Die gesetzliche Krankenversicherung steckt tief in den roten Zahlen: Im kommenden Jahr wird ohne Reformen ein Defizit von über 15 Milliarden Euro erwartet. 2030 könnte die Lücke auf rund 40 Milliarden Euro ansteigen. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung“ sieht deshalb massive Einschnitte sowie zusätzliche Kosten für Versicherte vor.

Quelle: ntv.de, bho/AFP

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