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 „Scheindebatte“ um Merz-Ablösung: Knappe Mehrheit glaubt nicht an Union-Aufschwung durch Kanzlerwechsel

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 1, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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 „Scheindebatte“ um Merz-AblösungKnappe Mehrheit glaubt nicht an Union-Aufschwung durch Kanzlerwechsel

In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, ob Kanzler Friedrich Merz durch NRW-Regierungschef Hendrik Wüst ersetzt werden könnte. (Foto: picture alliance/dpa)

Kanzlertausch als Lösung? Die meisten Deutschen glauben nicht daran – ein neuer Kanzler würde der Union kaum mehr Zustimmung bringen. Führende Christdemokraten stellen sich hinter Merz und nennen die Debatte „Scheindiskussion“. Dennoch: Ganz verstummt ist sie nicht.

Eine knappe Mehrheit der Deutschen glaubt einer Umfrage zufolge nicht, dass die Union mehr Zustimmung bei den Wählern hätte, wenn jemand anderes als Friedrich Merz Kanzler wäre. In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und RTL bejahten 41 Prozent der Befragten, dass es der Union helfen würde, wenn Merz das Amt des Bundeskanzlers aufgeben und jemand anderes aus der Union Bundeskanzler oder -kanzlerin werden würde. 53 Prozent glauben das aber nicht.

Auch von den Anhängern der CDU/CSU glauben 42 Prozent, dass ihre Partei mit einem anderen Kanzler aus ihren Reihen größere Chancen auf bessere Zustimmungswerte bei den Wählern hätte als mit Merz. 56 Prozent sind dagegen skeptisch. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte am 28. und 29. Mai 1.008 Deutsche für die repräsentative Erhebung.

Mehrere Medien, darunter der „Stern“, hatten angesichts der schwierigen Lage für Schwarz-Rot über Gedankenspiele innerhalb der Union berichtet, ob Kanzler Merz durch einen anderen Politiker ersetzt werden könnte. Dabei war der Name des NRW-Regierungschefs und Landesparteivorsitzenden Hendrik Wüst gefallen. Aus dem Umfeld des Kanzlers waren die Spekulationen als „naive Idee“ zurückgewiesen worden.

„Ein bisschen absurde“ Debatte

In den vergangenen Tagen hatten sich zahlreiche führende Christdemokraten vor Merz gestellt, darunter Wüst und Unionsfraktionschef Jens Spahn. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sprach in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ von „Scheindebatten“. Er sei jetzt drei Tage in seinem Wahlkreis unterwegs gewesen, niemand habe ihn darauf angesprochen. Die Menschen interessiere, wie man die Energiekosten oder Steuern herunterbekomme.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther verneinte vehement, dass Kanzler Merz ein Autoritätsproblem habe. „Nein, überhaupt gar nicht“, sagte Günther auf eine entsprechende Frage in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Er habe die Debatte über Spekulationen über einen Kanzlertausch „ein bisschen absurd“ und auch „eher von außen aufgedrückt“ gefunden. Aus seiner Sicht habe dies keinen Wahrheitsgehalt.

Günther fordert die schwarz-rote Koalition auf, für die anstehenden Reformen an einem Strang zu ziehen. Alle seien klug beraten, den Weg von Reformen mitzugehen. „Da darf keiner auf den anderen zeigen. Da sind alle in der Verantwortung“, sagte der CDU-Politiker im ARD-„Bericht aus Berlin“. Das gelte für SPD, CDU und CSU gleichermaßen. „Wir müssen jetzt liefern, der Bevölkerung zeigen, dass wir die Dinge in den Griff bekommen“, mahnte Günther.

Heute werden zu einer internen Klausur auf Einladung der nordrhein-westfälischen CDU Merz und Wüst im sauerländischen Meschede erwartet. Wie es aus CDU-Kreisen heißt, ist dort schon seit Monaten eine zweitägige Veranstaltung geplant, zu der auch der CDU-Bundesvorsitzende zugesagt hat. Er will demnach als Gast eine Rede halten. Das Treffen habe „nichts mit der aktuellen Lage zu tun“.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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