Schrieb DFB-Geschichte
Manfred Manglitz ist tot
14.07.2026 | 21:38 Uhr
Manfred Manglitz ist einst eine wichtige Figur in den frühen Jahren der Fußball-Bundesliga: Der einstige Nationaltorhüter schreibt sich früh in die Geschichtsbücher ein, dann ist er Teil des Bundesligaskandals. Nun ist Manglitz gestorben.
Der einstige Fußball-Nationaltorhüter Manfred Manglitz ist tot. Wie sein langjähriger Verein MSV Duisburg mitteilte, starb Manglitz am Montag nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 86 Jahren. Er war der erste Torhüter, der in der Bundesliga ein Tor erzielte – im Juni 1967 per Elfmeter zum 1:3 für den MSV gegen Borussia Mönchengladbach. Mit Duisburg wurde er 1964 Vizemeister.
Manglitz, der wegen seiner forschen Klappe in Anlehnung an die wortgewaltige Box-Ikone Muhammad Ali – Geburtsname: Cassius Clay – „Cassius“ nannte, war zudem von 1965 bis 1970 für die Nationalmannschaft aktiv und nahm an der WM 1970 in Mexiko teil, kam aber nicht zum Einsatz.
Seine Karriere erlitt einen Bruch, als er 1971 als Torwart des 1. FC Köln in den Bundesliga-Skandal verwickelt war. Er wurde lebenslang gesperrt und 1974 begnadigt. In die Bundesliga, wo er für den MSV Duisburg und den 1. FC Köln 257 Spiele bestritten hatte, kehrte Manglitz jedoch nie wieder zurück.
„Immer ehrlich“
An die Aktion, mit der er sich in den Annalen der damals noch jungen Bundesliga verewigte, schilderte Manglitz anlässlich seines 70. Geburtstags im Interview mit „11Freunde“: „Zehn Minuten vor dem Ende bekamen wir dann einen Elfmeter, und das ganze Volk schrie ‚Cassius‘, weil es an diesem Tag eh nicht viel zu lachen hatte. Also bin ich Verrückter hin und habe den Elfer versenkt.“
Dass er nur vier Länderspiele machte, schrieb Manglitz auch seiner „offenen Art“ zu: „Ich war immer jemand, der frank und frei seine Meinung gesagt hat. Immer ehrlich, aber auch an Stellen, an denen andere den Mund gehalten haben“, sagte er „11Freunde“. „Meine Art hat einigen nicht gepasst. Helmut Schön, der damalige Bundestrainer, war ein Sachse und ich ein waschechter Kölner – das konnte nicht gut gehen.“
Verwendete Quelle: ntv.de
